: SPD will chinesischen Weg vermeiden
Da sage einer, die Bremer SPD sei nicht handlungsfähig! Kaum zwei Wochen hat es gedauert, da hat das Partei- Establishment, das unter dem Titel „Findungskommission“ zusammensaß, eine Kandidatin gefunden und damit die neue schwelende Personal-Diskussion beendet. Tine Wischer hat sich als UB-Ost-Vorsitzende selten hervorgewagt, also wenig Angriffsflächen geboten und doch an einzelnen Stellen klare Positionen bezogen — nicht zuletzt beim Thema Hemelinger Marsch. Von ihr wird nicht die große „Erneuerung“ gefordert, die nun in jedem Falle abgesagt ist, immerhin ist sie eine der „Neuen“ der Partei.
Die SPD hat sich damit gegen das „Modell Scherf“ entschieden. Der hat längst nicht das Alter der chinesischen Parteiführung erreicht, aber dennoch wäre die Bremer SPD ein wenig auf den chinesischen Weg gekommen: Scherf wie Wedemeier gehören zu denjenigen, die der SPD der 70er Jahre als Flügelkämpfer zu Profil verholfen haben.
Was sie sich nun dafür an die Spitze geholt hat als neues Profil, wird sich zeigen müssen — noch ist der Name „Tine Wischer“ nicht Programm. Klaus Wolschner
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen