Russischer Finanzminister entlassen: "Eine Möglichkeit: zurückzutreten"
Der russische Finanzminister Kudrin wurde entlassen. Zuvor hatte er sich negativ über den Ämtertausch Medwedews mit Wladimir Putin geäußert.
MOSKAU rtr/afp | Der russische Finanzminister Alexej Kudrin ist im Streit mit Präsident Dmitri Medwedew entlassen worden. Das teilte das Präsidialamt am Montag mit. Medwedew hatte Kudrin zuvor zum Rücktritt aufgefordert.
"Wenn Sie mit der Politik des Präsidenten nicht einverstanden sind, die von der Regierung ausgeführt wird, haben Sie eine Möglichkeit: zurückzutreten", sagte Medwedew laut der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS am Montag bei einem Treffen in Dmitrowgrad, an dem auch Kudrin teilnahm. "Sie sollten sich schnell entscheiden und mir noch heute ihre Antwort mitteilen."
Kudrin hatte am Wochenende seinen Unmut über den sich abzeichnenden Ämtertausch von Medwedew und Ministerpräsident Wladimir Putin geäußert. Unter einem Ministerpräsidenten Medwedew wolle er sein Amt wegen "zahlreicher Differenzen" vor allem bei der Wirtschaftspolitik nicht ausüben, sagte er.
Medwedew sagte am Montag nun, sollten diese Differenzen tatsächlich existieren, sehe er keine andere Möglichkeit als den Rücktritt des Finanzministers. Kudrin entgegnete nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen, er wolle nun zunächst Putin selbst kontaktieren.
Putin und Medwedew hatten am Samstag angekündigt, dass Putin bei den Präsidentschaftswahlen 2012 antreten wird. Medwedew soll bei den Parlamentswahlen im Dezember Spitzenkandidat der Regierungspartei Einiges Russland und dann Regierungschef werden.
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