Russisch-amerikanischer Bericht: Iran steht 5 Jahre vor der Atombombe
Iran kann in wenigen Jahren eine Atombombe produzieren, so eine neue Studie. Ein Raketenschild in Europa sei dennoch nicht sinnvoll. Derweil testete der Iran eine neue Mittelstreckenrakete.
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NEW YORK/TEHERAN ap | Der Iran könnte nach Einschätzung amerikanischer und russischer Wissenschafter in ein bis drei Jahren einen einfachen Atomsprengsatz produzieren. Etwa fünf Jahre danach könne das Land auch eine Atombombe herstellen, erklärten die Forscher des EastWest Institutes in einem am Dienstag in New York veröffentlichten Bericht. Nach Angaben des Instituts handelte es sich um die erste gemeinsame amerikanisch-russische Untersuchung zum atomaren Potenzial Teherans.
Für die Studie des EastWest Institutes arbeiteten den Angaben zufolge sechs amerikanische und sechs russische Experten zusammen. Die Ergebnisse seien im Februar dem Nationalen Sicherheitsberater der USA, General James Jones, und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vorgelegt worden.
Der Iran bestreitet, ein Atomwaffenprogramm zu betreiben. Nach Ansicht der Experten hat die Regierung aber bislang die Fragen zu den möglichen militärischen Dimensionen des Programms nicht ausreichend beantworten können. Bis Februar 2009 hat der Iran dem Bericht zufolge 1.010 Kilogramm schwach angereichertes Uran produzieren können, das er für Atombrennstäbe verwenden wolle.
Daraus könne hochangereichertes Uran für einen Atomsprengsatz gewonnen werden. Dieses Material könne aber nur produziert werden, wenn die Beobachter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht mehr anwesend wären, heißt es weiter.
In dem Bericht wird auch darauf verwiesen, dass der Iran in jüngster Zeit Fortschritte in der Raketentechnologie gemacht hat. In "vielleicht sechs bis acht Jahren" habe der Iran eine Rakete entwickelt, die einen 1.000 Kilogramm schweren Sprengkopf bis zu 2.000 Kilometer weit tragen könne.
Dazu passte am Mittwoch die Meldung aus Teheran, wonach die iranischen Streitkräfte eine Rakete getestet haben, die 2.000 Kilometer weit fliegen und damit auch Israel erreichen könne.
Zwei Vertreter der US-Regierung bestätigten den iranischen Raketentest. Ein ranghoher Beamter sagte, der Abschuss sei ein Erfolg gewesen. Der zweite Beamte erklärte, Reichweite, Flugbahn und weitere Einzelheiten seien noch unklar.
US-Raketenschutzschild nicht sinnvoll
Es sei aber völlig unmöglich zu sagen, wann der Iran eine Interkontinentalrakete entwickelt haben könnte, erklärten die Experten. Ohne Hilfe von außen könnten es noch mindestens zehn bis fünfzehn Jahre dauern. Es gebe auch noch keine Hinweise, dass der Iran dies vorhabe.
Eine unmittelbare Gefahr, dass der Iran Mittel- oder Langstreckenraketen abfeuern wolle, gebe es nicht, erklärten die Experten. Und wenn das Land dies vorhabe, böte die geplante US-Raketenabwehr in Europa auch keinen verlässlichen Schutz. Mit der Einrichtung des System in Polen und Tschechien fortzufahren, sei deshalb nicht sinnvoll.
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