Rot-Grüner Kandidat Gauck: "Vielen Dank für die Info, A.M."
SPD und Grüne stellen nun einen eigenen Kandidaten auf: Joachim Gauck. Den hatte die SPD Merkel auch schon als Konsenskandidat vorgeschlagen. Merkel antwortete knapp per SMS.
BERLIN reuters | SPD und Grüne wollen den früheren Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck, als Nachfolger von Bundespräsident Horst Köhler vorschlagen. Darauf verständigten sich SPD-Chef Sigmar Gabriel und Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin, wie am Donnerstag aus Kreisen beider Parteien bestätigt wurde.
Der 70-jährige frühere DDR-Bürgerrechtler habe seine Zustimmung gegeben, sich am 30. Juni als Gegenkandidat der Opposition dem Votum der Bundesversammlung zu stellen. Union und FDP, die in dem Gremium eine klare Mehrheit stellen, wollen den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) vorschlagen.
Gauck sei der Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch von Gabriel als ein Kandidat vorgeschlagen worden, den die Koalition aufstellen, dem die SPD aber auch zustimmen könne. Die Antwort der CDU-Chefin per SMS-Kurznachricht über ihr Mobiltelefon habe gelautet: "Vielen Dank für die Info, A.M.", hieß es aus Kreisen der Oppositionsparteien weiter. Die Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP verständigten sich am Donnerstag nach Angaben aus der Koalition stattdessen auf Wulff als Kandidaten. Dieser ist für die SPD nach Worten von Gabriel nicht zustimmungsfähig.
Gabriel habe zunächst auch den brandenburgischen Ministerpräsidenten und SPD-Politiker Matthias Platzeck ins Gespräch gebracht. SPD und Grüne plädierten aber vor allem für einen überparteilichen Kandidaten. Mit der Nominierung Gaucks senden sie allerdings auch ein klares Signal von an die Linkspartei. Gauck hatte zuletzt den versöhnlichen Umgang Platzecks mit der Linkspartei scharf kritisiert.
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