Republikaner-Favorit John McCain: Gefahr für Hillary von halbrechts

Dem konservativen Republikaner-Flügel ist der Vorwahl-Favorit der Partei ein Dorn im Auge. Doch Umfragen legen nahe, dass John McCain am Dienstag zum Kandidaten gekürt wird.

"Mac is back": John McCain Bild: dpa

Er ist ein dekorierter Kalter Krieger. Er befürwortet den Krieg im Irak und will dort sogar 100 Jahre bleiben, wenn es für den Sieg der USA nötig wäre. Er ist strikt gegen ein Recht auf Abtreibung und hohe Staatsausgaben. Kurz: Der Senator aus Arizona John McCain ist ein in der Wolle gefärbter Republikaner? Falsch. Denn der 71-Jährige ist auch ein Befürworter einer Amnestie für illegale Immigranten. Er will als Rechter gegen die Klimaerwärmung kämpfen und er stimmte gegen die Steuergeschenke, die US-Präsident George W. Bush den Reichen des Landes zu Beginn seiner Amtszeit machte. Wenn John McCain am Dienstag tatsächlich zum Kandiaten der Republikaner gekürt wird, was die jüngsten Umfragen nahelegen, dann kommt das einer kleinen Revolution nahe. Wie der Kolumnist der Washington Post, E.J. Dionne schrieb, wäre McCain damit der erste Rechte in drei Jahrzehnten, der nicht wegen der konservativen Wähler gewänne - sondern trotz ihnen.

Live-Ticker, Hintergründe, Kommentare und Analysen am Super-Tuesday am 5. Februar: Verfolgen Sie auf taz.de Dienstag Nacht bis Mittwoch früh die Abstimmungen in mehr als 20 US-Bundesstaaten - den Höhepunkt der US-Vorwahlen zur Präsidentschaft. Am Dienstag ab 23 Uhr.

Republikanern, die sich als sehr konservativ beschreiben, ist McCain ein Dorn im Auge. Sie stimmten bei der republikanischen Vorwahl in Florida vergangene Woche für seinen Rivalen Mitt Romney. Vorwahlsiege errang der Vietnamkriegsveteran und Pilot der US Navy McCain mit Stimmen der gemäßigten Republikaner und zahlreicher Unabhängiger, denen das Thema Nationale Sicherheit über alles geht. Darunter zuverlässig eine hohe Zahl von Militärangehörigen, denen er als "Kriegsheld" gilt. Der Senator, der bereits im Jahr 2000 als Präsidentschaftsbewerber scheiterte und im vergangenen Sommer kurz vor dem politischen Exitus stand, kann den größten Sympathiezuwachs aller Kandidaten verzeichnen. Wenn er auftritt, rufen seine Fans stets "Mac is back" - Mac ist zurück! Auch seine Unterstützer, wie Rudy Giuliani und der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, sind keine Lieblinge der organisierten Konservativen, sondern Grenzgänger der Rechten, die auch von konservativen Demokraten gemocht werden. Dieser weichgespülte Republikanismus à la McMain macht ihn besonders für Hillary Clinton sehr gefährlich. Käme es zum Duell McCain-Clinton, dürfte es bis zur letzten Minute ein nervenzerfetzender Kampf werden.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de