Rasierklingen unter Nazi-Aufkleber: Würzburger Wutbürger

Ein Student hat sich bei dem Versuch verletzt, einen Nazi-Aufkleber abzumachen. Denn darunter warteten scharfe Klingen.

Abgerissener Aufkleber an einem Rohr

Vorsicht beim Abriss von Klebezeugs mit rechten Parolen. Foto: 106313 / photocase

Aus dem Polizeibericht: Am vergangenen Sonntag gegen 16 Uhr wollte ein 22-jähriger Student einen Aufkleber mit der Aufschrift „Gib Islam keine Chance“ an einem Ampelmast vor dem Hauptbahnhof der schönen Stadt Würzburg entfernen. An einer darunter liegenden Rasierklinge verletzte sich der Student, wobei die Verletzungen glücklicherweise nur oberflächlich blieben.

Er informierte sofort die Polizei, woraufhin eine Streifenbesatzung im näheren Umfeld weitere derartige Aufkleber feststellte. Von dem Täter fehlt bislang noch jede Spur.

So weit die Fakten. Und zunächst ein Bravo dem unbekannten Studenten. Viel mehr will einem da dann nicht einfallen, es sei denn, man wollte auf einen Satz des Großschriftstellers Arno Schmidt rekurrieren, der einst empfahl, einen gewissen bayerischen Politiker mit einem rostigen Kartoffelschäler zu entmannen.

Aber da käme dann der Einwand, dass man sich mit den Methoden der Nazis nicht gemein machen darf.

Aber was soll man machen mit diesen Leutchen, in Würzburg, in Heidenau und wie die deutschen Orte alle heißen? Das ist die eigentlich Frage der Stunde, nicht die anstrengende, aber machbare und vor allem unglaublich erfüllende Aufgabe, Flüchtlinge zu versorgen, die sich in Deutschland eine Zukunft bauen wollen.

Aber was soll man mit den Rasierklingenklebern machen, die keine Zukunft haben? Müssen die einfach aussterben? Und bis ans Ende ihrer Tage Tüten kleben? Oder einfach: abstumpfen?

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