HEUTE! Rainbow Lectures 22.01.

Zwei Schritte vor und einen zurück

Wie Polens Lesben und Schwule trotz Rechtsruck mit der konservativen Gesellschaft ins Gespräch kommen.

Trotz Autoritarismus wächst das Selbstbewusstsein der LSBTI*-Community in Polen Bild: reuters

100 Jahre nach der Gründung des Instituts für Sexualwissenschaft durch Magnus Hirschfeld haben Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle in weiten Teilen Europas an gesetzlicher und gesellschaftspolitischer Gleichstellung viel erreicht. Die EU und europäische Gerichte haben vielfach LSBTI*-Rechte befördert. Mehr noch: In Irland wurde per Volksabstimmung mit starker Mehrheit die „Ehe für alle“ durchgesetzt.

Im nationalkonservativ regierten Polen blüht ein neuer Autoritarismus, dort ist die Verachtung gegenüber gesellschaftlichen Minderheiten populär. Und doch wächst das Selbstbewusstsein der LSBTI*-Community quer durch das Land – und die gesellschaftliche Akzeptanz gleich mit.

Wann: Di., 22.01.2019

19.00 Uhr

Wo: taz Kantine

Friedrichstraße 21

10969 Berlin-Kreuzberg

Eintritt frei

Auch wenn es seit dem EU-Beitritt Polens für Lesben und Schwule keinen einzigen Fortschritt in rechtlichen Fragen gegeben hat, ist die polnische Realität differenziert. Öffentlich präsent sind auch ein offen schwuler Politiker, der Bürgermeister einer kreisfreien Großstadt ist; eine prominente Trans*-Frau, die ins Warschauer Landesparlament gewählt wurde; eine lesbische Frau, die zusammen mit ihrer Partnerin eine Tochter erzieht und in einem Dorf als Ortsvorsteherin erfolgreiche Arbeit leistet; CSD-Umzüge in 15 polnischen Städten … All dies wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen.

Die Gründe für diese neue Diversität in Polen sind vielschichtig, der Beitrag der LSBTI*-Gruppen in der polnischen Gesellschaft ist nicht mehr zu übersehen.

Katarzyna Remin ist seit 2009 in der größten polnischen LSBTI-Organisation Kampania Przeciw Homofobii (Kampagne gegen Homophobie, KPH) aktiv. Seit 2012 zeichnet sie für die Öffentlichkeitsaktionen der KPH verantwortlich.

Die jüngste Kampagne, die Katarzyna Remin unter dem Slogan „Reichen wir uns das Zeichen des Friedens“ mitorganisiert hat, mobilisierte prominente Katholiken, sich innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben einzusetzen.

Eine Veranstaltung der Initiative Queer Nations und der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft in Kooperation mit der taz.

Die folgenden Rainbow Lectures in der taz Kantine:

➡ 20.02.19 | Anna Hájková: Menschen ohne Geschichte sind Staub – Homophobie, queere Juden und die Geschichte des Holocaust

➡ 29.03.19 | Patrick Henze: Schwule Emanzipation und ihre Konflikte – Freiheitsvorstellungen von Revolution bis Ehe für alle

➡ 26.04.19 | Aeyal Gross: Homoglobalismus – Oder: Gibt es eine Global Gay Governance?

➡ 14.06.19 | Dennis Altman: Die Welt, die wir gewonnen haben – Eine Bilanz zum 50. Geburtstag von „Stonewall“

Diese Rainbow Lectures in der taz Kantine haben bereits statt gefunden:

➡14.11.18 | Ulrike Lunacek: Es ist normal anders zu sein - Wie kann es in Europa gelingen, Mut statt Angst zu fördern