Radio in Ungarn: Opposition auf Sendung
Ungarns oppositioneller Radiosender Klubradio darf vielleicht doch senden. Vorerst jedenfalls. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
BUDAPEST dpa | Ungarns einziger oppositioneller Radiosender, das von der Einstellung bedrohte Klubradio, darf wieder hoffen. Wie das Budapester Stadtgericht am Dienstag entschied, darf der Sender eine ihm ursprünglich zugesprochene Budapester Sendefrequenz nun doch verwenden.
Die ihm die Medienbehörde NMHH hatte den Radiomachern genau das zuvor verweigertverweigert. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Die NMHH hat 15 Tage Zeit, um Berufung einzulegen.
Die mit Anhängern des rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban besetzte NMHH hatte sich geweigert, mit Klubradio einen Nutzungsvertrag über die Frequenz abzuschließen, die dem Sender vor dem Regierungswechsel im Jahr 2010 bereits zugesprochen worden war.
Zugleich läuft eine weitere Sendelizenz, deren Verlängerung dem Sender verwehrt wurde, Ende März ab, so dass das einzige oppositionellen Radio seine Ausstrahlungen dann hätte einstellen müssen. Dies hatte nicht nur bei den rund 500 000 Hörern, sondern auch international für Kritik und Proteste gesorgt.
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