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■ „Radio Vencerémos“ bleibt:Sieg der Wahrheit!

San Salvador (taz) – Der Wahrheit sei dank – „Radio Vencerémos“, berühmt gewordener ehemaliger Radiosender der salvadorianischen Befreiungsfront FMLN, will sich nun doch nicht in „Corazón Estereo“ (zu deutsch etwa „Herz in Stereo“) umbenennen. Ein Artikel auf der taz- „Wahrheit“ vom 31. Januar dieses Jahres habe in- und außerhalb des Radios heftige Debatten um den zukünftigen Kurs des Senders ausgelöst und schließlich zu der Entscheidung geführt, alles beim alten zu lassen, erklärte „Vencerémos“- Sprecher Carlos Henriquéz Consalvi. Verbunden mit einem neuen inhaltlichen Konzept, das nach acht Uhr morgens auf jeden Wortbeitrag verzichtet, sollte die Umbenennung in „Corazón Estereo“ ursprünglich zum 1. Februar vollzogen werden.

Der bisherige Radio-Chefredakteur Carlos Argueta, der sich für die Neuerungen eingesetzt hatte, hat seinen Platz geräumt. An der Spitze des Senders steht jetzt ein Kollektiv von vier Mitarbeitern, die auch schon während des Bürgerkrieges zum Personal zählten. Das neue Führungsteam beschloß denn auch gleich eine Rückbesinnung auf die „historische Verantwortung“ von „Radio Vencerémos“. Ab sofort würden politische Skandale aufgedeckt, Reportagen aus den Elendsvierteln der Hauptstadt und den ehemaligen Konfliktzonen gesendet sowie Politiker von Regierung und Opposition in Interviews vorgeführt, so Consalvi. Schließlich habe man aus dem Versteck in den Bergen zehn Jahre lang für Pressefreiheit und Meinungsvielfalt in El Salvador gestritten. Da mache es keinen Sinn, wenn die mühsam erkämpften Freiräume nicht journalistisch genutzt würden.

Nicht rückgängig machen kann „Radio Vencerémos“ allerdings einen Beschluß der Grünen-nahen Stiftung Buntstift. Die hatte Anfang des Jahres entschieden, den Sender nicht weiter finanziell zu unterstützen. Reimar Paul

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