: RWE-Chef als „Klimakiller“
■ Greenpeace: Kuhnt ist persönlich verantwortlich
Berlin (taz/dpa) – Deutsche Konzernchefs und Politiker will Greenpeace persönlich und öffentlich für den Treibhauseffekt verantwortlich machen. Bis zur internationalen Klimakonferenz im März in Berlin will die Umweltschutzorganisation monatlich eine Person auf großformatigen, rotumrandeten Plakaten als „Klima-Killer“ bekannt machen. Zum Start der Kampagne ließ die Organisation an 25 Stellen im Essener Stadtgebiet Plakate mit dem Foto des Vorstandsvorsitzenden der RWE Energie AG, Dietmar Kuhnt, aufhängen. Darüber steht: „Ich ruiniere das Klima“, darunter: „weil meine Kraftwerke jährlich 100 Millionen Tonnen CO2 in die Luft schleudern.“ Die Umweltschutzorganisation will mit ihrer Kampgne „der Öffentlichkeit die Hauptverantwortlichen an der Aufheizung der Atmosphäre, dem Treibhauseffekt und dem Klimakollaps nennen“.
Entscheidungen fielen nicht vom Himmel, sondern würden von Menschen in verantwortlichen Positionen getroffen. Greenpeace- Klimaexperte Oliver Worm forderte die in Essen ansässige RWE- Energie auf, nicht wie geplant 20 Milliarden Mark in neue Kohlekraftwerke, sondern in Maßnahmen zur besseren Energienutzung, zum Energiesparen und zum Einsatz von Wind- und Sonnenenergie zu investieren. Auch die Pläne, mit „Garzweiler II“ einen neuen Braunkohletagebau zu eröffenen, solle die RWE-Tochter Rheinbraun aufgeben.
Die RWE Energie AG bezeichnete die Plakataktion gegen ihren Vorstandschef Kuhnt als „Diffamierung“ und kündigte „rechtlichen Schritte“ an. Ein Sprecher des Energieunternehmens verwies auf die „erheblichen Anstrengungen“ zur Entschwefelung, Entstaubung und Entstickung der RWE- Kraftwerke. Seit den 50er Jahren habe man zudem die Energieausnutzung von Kohle verdoppelt. Daneben fördere RWE mit öffentlichen Kampagnen das Energiesparen sowie den Einsatz regenerativer Energie.
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