: RAF-Hungerstreik-betr.: "RAF-Hungerstreik wird fortgesetzt", taz vom 1.3.89
betr.: „RAF-Hungerstreik wird fortgesetzt“,
taz vom 1.3.89
Leider kann man nicht einen Sinn stärken, der über den Menschen die Menschlichkeit vergißt. Nein, ob das Strafgesetzbuch ein bißchen besser oder schlechter ist, ob unser Richtertum oder unsere Gefängnisse zu erneuern seien: wir haben eigentlich gar nicht das Recht, darüber nachzudenken, solange wir uns nicht um das Menschenmaterial kümmern, das wir täglich gefühl- und gedankenlos in die Tiefe stampfen, um uns dann zu wundern oder gar zu beklagen, wenn von der anderen Seite mal die Rechnung präsentiert wird.
(...) Die Teilnehmer am Hungerstreik, die der RAF und dem „Antiimperialistischen Widerstand“ zugerechnet werden, werden von verschiedenen Staatsanwaltschaften wegen des Vorwurfs einer Straftat gemäß § 129 a StGB (Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung) verfolgt. Sie wollen mit diesem Hungerstreik eine Veränderung ihrer Haftbedingungen durchsetzen. Das ist ihre letzte verbliebene Möglichkeit, um ihre Interessen nach außen hin erkennbar zu machen. Und das ist legitim.
Karl Kirchner, Würzburg
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen