■ Querspalte: Kinderquatsch mit Verona
„Mich würde das zu Tode nerven, mit jemandem ins Bett zu gehen, der sich am nächsten Morgen vielleicht als der totale Vollidiot herausstellt“, sagte Verona Feldbusch der Zeitschrift MAX, die dieser Tage mit den vorgeblich „ersten erotischen Fotos“ von Verona prahlt. Zweierlei nimmt wunder: Die allenfalls leichtbekleideten Fotoauftritte von Frau Ex- Bohlen bislang – waren die unerotisch? Wenn es, und das ist ja so, auf die inneren Werte ankommt, dann sind aber auch die neuen Fotos unerotisch, na ja: nicht erotisch. Darüber hinaus werden Experten über Feldbuschs Konjunktiv rätseln; zum einen der Defätist, der sich wundert, daß ihr diese grammatikalische Spezialität überhaupt zur Verfügung steht, zum anderen stellt sich dem Realisten und Leser vernünftiger Magazine bloß die Frage – was war dann mit Dieter Bohlen? Millionär erkannt, Gefahr gebannt? Jedenfalls möchte Verona in Südamerika leben, erzählt sie, „mit einem großen Hund“. Und einem Mann, „in den ich mich total verliebe“. Morgens, abends? Einen total großen? Südamerika, Oase des Machismo: Die in Brasilien ansässige „Bewegung der Machos“ aus dem Bundesstaat Minas Gerais hat dieser Tage Bill Clinton den Titel „Macho des Jahres“ verliehen. Clinton habe wie kein anderer „die Tradition des Machismo geehrt“, begründet der Verein seine Verleihung. Ob Michael Schanze und Hans Meiser, Gerhard Schröder und Helmut Thoma dem Verein angehören, ist nicht bekannt. Oder, im Praktikantinnen-Deutsch: baumelnde Vermutungen. Sie alle jedenfalls haben ihre Frauen abgestoßen, was ja schon mal ganz schön Macho ist. Brasilien, brauchst du kaputte Fernsehleute, die dafür aber ganz doll Macho sind? Wenn du die abwanderbereite Verona Feldbusch nimmst, kriegst du zum Ausgleich auch den Schanze. „Kinderquatsch mit Michael“ ist nicht nur eine prima Sendung, sondern auch eine hervorragende Lösung für Veronas Dringlichkeitsantrag. Und das Tolle bei Schanze: der ist auch schon beim Zubettgehen als totaler Vollidiot zu erkennen. Benjamin v. Stuckrad-Barre
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen