: Pro und contra
■ Die Papenburger Bevölkerung ist gespalten
„Aufträge, die man nicht ausführen kann, darf man auch nicht annehmen“, meint ein Blumenhändler auf dem Papenburger Wochenmarkt und schimpft über die faktenschaffende Unternehmenspolitk der Meyer-Werft. Die Frau vom Naturkostladen nebenan: „Die Vertiefung ist nicht sinnvoll. Die Ems fließt heute schon rasend schnell für so einen kleinen Fluß.“ Wenn die Werft nur wolle, könne sie auch etwas Anderes bauen und trotzdem die Arbeitsplätze erhalten, vermutet sie.
Weder die KritikerInnen noch die BefürworterInnen der Ems- Vertiefung sind auf dem Wochenmarkt in der Überzahl. „Was wollen Sie?“ fragt eine alte Frau. „Mein Sohn arbeitet da. Wenn die Schiffe größer werden, muß auch der Fluß tiefer werden.“ Papenburg habe heute ungefähr 1.700 Arbeitslose (8,3 Prozent) — ohne die Artbeitsplätze auf der Werft seien es doppelt soviele. Ein anderer Einkäufer kommt dazu: „Wenn Arbeit dabei rauskommt, soll auch gebaggert werden.“ och
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen