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Politik auf dem SiegerpodestMao erobert Olympia

Politische Proteste erreichen das Podium der Spiele. Mal wird gegen Rassismus demonstriert, mal für Mao. Und das IOC? Stellt Untersuchungen an.

Was macht das IOC, wenn es wieder mal Ärger um ein politisches Thema gibt? Es untersucht die Vorgänge. So macht es das Internationale Olympische Komitee im Fall der belarussischen Leichtathletin Kristina Timanowskaja, die von ihrem Verband gegen ihren Willen in die Heimat zurückverfrachtet werden sollte. Und nicht anders handelt man auf dem Olymp der Funktionäre bei der Untersuchung der Vorgänge bei der Siegerehrung im Kugelstoßen der Frauen.

Da hatte Silbermedaillengewinnerin Raven Saunders bei der Siegerehrung ihre Fäuste geballt und mit den Unterarmen über dem Kopf ein Kreuz gebildet, um gegen homophobe, rassistische Diskriminierung und solche wegen psychischer Krankheit zu protestieren. Das soll eigentlich die Regel 50 der Olympischen Charta verhindern, die politische Äußerungen weitgehend verunmöglicht.

Viele Herzen flogen der lesbischen Athletin zu. Das Olympische Komitee der USA wollte keine Verletzung der Regel erkennen. Es habe sich um eine friedvolle Meinungsäußerung gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit gehandelt. Kann man schon so sehen.

Was sollte das IOC tun?

Das IOC muss unterdessen über eine weitere mögliche Verletzung der Regel 50 entscheiden. Die chinesischen Olympiasiegerinnen Bao Shanju und Zhong Tianshi, die auf ihren Rädern den Teamsprint auf der Bahn gewonnen hatten, waren mit kleinen Buttons, die das Konterfei von Mao Tse-tung zeigten, aufs Podium geklettert. Angesichts dessen, was der Große Vorsitzende einst in China angerichtet hat, wird man sich schwertun, das Statement als Einsatz für die allgemeinen Menschenrechte zu werten.

Aber kann das IOC wirklich etwas gegen Mao-Buttons haben? 2022 finden die Winterspiele in Peking statt, in der Stadt, deren Bild vom Mao-Mausoleum geprägt ist. Schon bei den Sommerspielen 2008 konnte man sich Mao kaum entziehen. Das IOC hat sich also wieder auf Mao-Games eingelassen. Was sollte es da gegen die zwei Sportlerinnen unternehmen?

Und wer weiß, in welche Richtung sich die beiden entwickeln werden. In Deutschland ist ein konservativer Mann für die Grünen Ministerpräsident geworden, der mal Maoist war. Die Namen Bao Shanju und Zhong Tianshi sollten wir uns also merken.

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1 Kommentar

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  • 8G
    83379 (Profil gelöscht)

    Klar das IOC wird gegen China entscheiden und morgen bricht der Weltfrieden aus und wir Menschen halten uns an den Händen, tanzen und singen "Cumbaja".