: Pöbelnder Personalchef
Kündigung Auf Facebook verschärft sich der Streit um den gekündigten Meyer-Werft-Betriebsrat. Personalchef erhebt schwere Vorwürfe
Der Streit um die fristlose Kündigung eines Betriebsrates der Papenburger Meyer-Werft hat sich verschärft: Werft-Personalchef Paul Bloem erhob als Begründung für die Kündigung schwere Vorwürfe wie Nötigung und Freiheitsberaubung, ohne den Betriebsratsvorsitzenden Ibrahim Ergin namentlich zu nennen. Über einen entsprechenden Eintrag von Bloem im sozialen Netzwerk Facebook hatte die Ostfriesen-Zeitung am Mittwoch berichtet.
Die Werft wollte den Facebook-Eintrag ihres Personalchefs nicht kommentieren, kündigte aber für Donnerstagvormittag eine Pressekonferenz in Papenburg an.
Anfang der Woche hatte sich der Betriebsrat bei einer Betriebsversammlung mit rund 2.500 Werftarbeitern hinter Ergin gestellt. Die Werft wirft ihm nach Gewerkschaftsangaben vor, 2011 und 2012 junge Mitarbeiter zum Eintritt in die IG Metall gedrängt zu haben.
Bloem schrieb weiter bei Facebook, ein Auszubildender sei mit angedrohter Kündigung zur Mitgliedschaft „motiviert“ worden. Der Personalchef fragte mit Blick auf die Kündigung: „Wenn eine junge Frau eingesperrt wird bis sie unterschreibt – was würdet ihr denken?“ Der Betriebsratsvorsitzende wollte sich aus rechtlichen Gründen nicht zu diesen Vorwürfen äußern.
Ergin hatte vor einiger Zeit die umstrittenen Werftpläne kritisiert, eine Holding in Luxemburg zu gründen. Dagegen hatten sich neben dem Betriebsrat auch die IG Metall und die Landesregierung gewandt. Der Schiffsbauer umgeht mit Verlegung des Hauptsitzes die in Deutschland geltende Verpflichtung, einen Aufsichtsrat zu gründen, in dem auch Arbeitnehmer Mitspracherechte hätten.
Die Werftleitung wollte ihr Vorhaben dagegen gerne als Neuorganisation verstanden wissen, die mehr Flexibilität bedeute. Sie sei nicht als Steuersparmodell gedacht, hatte sie die Kritik zurückgewiesen. (dpa)
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