Personenführung #125: Sabine Ternes

Sportliches Ringen mit den Zahlen

Hinter den Seiten versteckt, wird für Essenzielles gesorgt: Sabine Ternes ist das Bindeglied zwischen Ausgabe und Gehaltsscheck.

Sie interessiert sich für Geschehnisse im Inland,  engagiert sich für Menschenrechte im Ausland, mag Leibesübungen jedweder Art.

Das hört sich nach großer Ressortwanderung in unserer Zeitung an. Dabei hat sie mit dem Schreiben gar nichts am Hut. Obwohl ihr ein solcher sicher ausgezeichnet stünde, nicht zuletzt ihrer Tattoos wegen. Sie ist für viel Essenzielleres zuständig: dass die Schreibenden ihr Geld bekommen.

Sabine Ternes ist alles andere als ein taz-Urgestein, von denen hier schon viele vorgestellt wurden. Trotzdem wirkt sie so, als wäre sie schon ewig hier: routiniert und immer ein Lächeln im Gesicht.

Mit beiden Beinen im Leben, doch bereit für die Ferne

Wüsste man nicht, dass sie nur ein Jahr lang Monika Hofmann vertritt, die in Elternzeit verweilt, könnte man glatt meinen: Sabine macht einen arrivierten Eindruck. Auch wenn die Zeit bei der taz fast zu kurz ist, um richtig anzukommen, im Leben ist sie es auf jeden Fall. Die gelernte Bürokauffrau ist in Westberlin groß geworden, heute lebt sie im lebendigen Ostteil der Stadt.

Sabine mag die Stadtluft, den Trubel um sie herum, ohne selbst Teil von ihm zu sein. Nicht, dass sie dem je entfliehen müsste. Trotzdem geht sie gerne auf Reisen. Und wie ihre Arbeit bestreitet sie auch diese gewissenhaft. Vor ihrem Trip nach Peru lernte sie Spanisch. Weil sie sich für Kibbuzim interessiert, soll ihre nächste Tour sie nach Israel führen. Bevor es losgeht, will sie Hebräisch lernen.

In zivil gewaltlos, doch gewaltig sportlich

Sabine engagiert sich bei Amnesty International und Terre des Femmes. Auch wenn sie Gewalt nie gutheißen würde, so ist sie doch beeindruckt vom bürgerlichen Ungehorsam, der Radikalität der Linken alter Tage. Das Radikale ist aber nichts für sie persönlich, ihrem veganen Dasein frönt sie ganz ohne jede Militanz.

Mal auf den Tisch zu hauen liegt ihr fern. Und sollte das doch mal passieren, dann trägt Sabine dabei Boxhandschuhe. Erstens ist das weniger laut und zweitens bereitet ihr der Sport große Freude. Die Teilzeit-Halbmarathon-Läuferin hat sich vielleicht noch nicht an Vollzeit-Ganzdistanz gewagt, dafür aber mit 55 auf das Skateboard gestellt und kann sich heute, zwei Jahre später, nach eigener Aussage zumindest elegant darauf bewegen. Das glaubt man ihr sofort. 

Jann-Luca Zinser, Autor der taz