■ Paralympics: Lahm, aber zugelost
Nach dem Schwimmen setzt nun auch beim Reiten das große Disqualifizieren ein. Doris Campo- Bitzer (Würselen) wurde in der Nacht zu Freitag ihr erster und Birgit Dreiszis (Unna) ihr zweiter Platz in ihren jeweiligen Schadensklassen aberkannt. Das Pferd der Dressurreiterinnen war nicht aus dem Los-Pool gezogen worden. Die deutschen Reiterinnen hatten sich erst kurz vor dem Wettkampf von Zuschauern den 15jährigen Wallach geborgt, nachdem das erste ihnen zugeteilte Pferd krank wurde und das zweite lahmte. Die Paralympics-Starter reiten nicht ihre eigenen Pferde, sondern vom Veranstalter zur Verfügung gestellte Tiere. Die stellten sich aber allzu oft als lahm heraus, ein Pferd erlitt kurz vor dem Start gar eine Kolik. „Als müßte Michael Schumacher mit einem Trabbi fahren“, beschwerte sich Dreiszis. Am siebten Wettkampftag gewann das deutsche Team insgesamt sechsmal Gold, siebenmal Silber und neunmal Bronze. Die Leipziger Schwimmerin Kay Espenhayn holte sich über 50 m Rücken in 51,48 Sekunden bereits ihre dritte Goldmedaille in Atlanta.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen