Online Bezahlmodell der taz : Jahresrückblick 2025
Wie lief es im letzten Jahr mit dem freiwilligen Bezahlen? Was war los bei taz zahl ich? Antworten gibt es in unserem Jahresrückblick.
taz zahl ich | Was haben Schnapszahlen, Bingo-Maschinen, Liebesgeschichten, Tattoos und Julia Klöckner gemeinsam? Uns – taz zahl ich! Nun ja, nicht direkt. Aber all diese Dinge finden Sie in unserem diesjährigen Jahresrückblick für das Jahr 2025. Hier nehmen wir Sie mit auf eine kleine Reise und lassen das letzte Jahr Revue passieren.
Das Jahr begann mit erfreulichen Nachrichten: Endlich knackten wir die 40.000er Marke und erreichten mithilfe unserer Community einen wichtigen Meilenstein für taz zahl ich! Nach 1.230 Anmeldungen und 353 beendeten Mitgliedschaften im Januar 2025 zählten wir 42.027 Menschen zu unserer Solidargemeinschaft. Anlässlich dieses Erfolgs und des 13. Geburtstags von taz zahl ich konnten sich sowohl unsere Print-Leser:innen als auch die Online-Lesenden und taz zahl ich-Mitglieder über vier Seiten Sonderausgabe freuen: „Danke, Community! Diese 40.000 haben unser Leben verändert!“.
Unsere Geschäftsführerin Aline Lüllmann nahm uns für dieses Projekt mit auf eine kleine Zeitreise zu den Anfängen des freiwilligen Bezahlens.
Unsere 40.000 regelmäßigen und die zahlreichen einmaligen Unterstützenden von taz zahl ich feiern wir auf vier Sonderseiten in der wochentaz unter dem Motto „Danke, Community“.
Auch im Februar und im März konnten wir es kaum glauben: Wieder lagen unsere Anmeldezahlen über der 1.000er Marke! Im Februar, dem kürzesten Monat des Jahres, meldeten sich also im Durchschnitt 43 (!) Menschen pro Tag an.
Empfohlener externer Inhalt
Im März lohnte sich ein Blick in die Vergangenheit – dieses Mal allerdings noch etwas weiter zurück: auf 30 Jahre taz im Netz. Am 20. März 1995 ging die taz als erste überregionale Tageszeitung mit ihren Inhalten ins Netz. Auch wenn sich das Design von taz.de seither regelmäßig verändert hat, sind wir uns in einem seit 30 Jahren treu geblieben: Bis heute sind wir paywallfrei.
Doch wieder zurück in die Gegenwart: Nachdem wir uns im März 2025 zum dritten Mal über Anmeldezahlen im 1.000er-Bereich und über neue Einnahmenrekorde freuten, pendelten sich die Anmeldezahlen in den folgenden Monaten wieder auf Vorjahresniveau ein. Währenddessen ließen wir uns im April beim 16. taz lab von den ersten Sonnenstrahlen die Laune versüßen.
Das taz zahl ich-Team war dieses Mal gleich doppelt vertreten: Bevor wir am frühen Abend das traditionelle „taz zahl ich-Hate Bingo“ moderierten, fand man uns an einem schattigen Plätzchen unter dem Banner „Solidarität, die unter die Haut geht“ beim Soli-Tattoostand, organisiert von der taz Genossenschaft und taz zahl ich. Hier konnten sich einige taz-Ultras gegen eine Spende von unserer Kollegin Aiko ein taz-Tattoo stechen lassen. Wer (noch) nicht bereit war für ein so dauerhaftes Commitment, konnte mit unseren schicken taz zahl ich-Klebetattoos ein kleines, etwas weniger dauerhaftes Andenken mitnehmen. Die Schlange für die Tattoos war so lang, dass gemunkelt wird, beim diesjährigen tazlab sogar früher loszulegen. Wer beim taz lab keinen Slot mehr bekam, konnte das bei der Genossenschafts-Versammlung im September nachholen, denn auch dort hatte Aiko wieder ihre Maschine und einige „Flash-Motive“ dabei.
Im Juli hieß es dann 44.444 Mal Danke! So viele Menschen unterstützten uns nun mit einem regelmäßigen Beitrag. Anlässlich dieser schönen Schnapszahl verlosten wir unter allen aktiven Unterstützenden 44 Weinpakete (natürlich gab es auch eine alkoholfreie Alternative). Nach dem einnahmentechnisch etwas schwächeren Juni (292.429 Euro) lagen die Einnahmen in diesem Monat wieder knapp über der 300.000 Euro, in den folgenden Monaten deutlich darüber.
Sommerloch? Nicht bei uns!
Während der heißen Sommermonate sinken unsere Anmeldezahlen für gewöhnlich deutlich – verständlich, denn mit Sonnencreme an den Fingern lässt es sich schwer tippen. Doch nicht nur die Temperaturen kletterten immer höher; auch unsere Anmeldezahlen erreichten mit 1.114 wieder einen rekordverdächtigen Stand und so verzeichneten wir Ende August schon wieder einen Meilenstein: 45.000 regelmäßige Unterstützer:innen!
„Die politische Sommerpause fällt aus“, schrieb Nicolai Kühling für unseren Einnahmenbericht im August und lieferte auch prompt die Erklärung: „Robert Habeck verkündete seinen Rückzug aus dem Bundestag im taz-Interview, die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner generierte viel Aufmerksamkeit für die taz,“ als sie die taz mit dem rechten Hetzportal Nius verglich.
Empfohlener externer Inhalt
Diese beiden Ereignisse und unzählige weitere großartige Recherchen brachten viele Menschen – vielleicht auch zum ersten Mal – auf taz.de und nach dem Lesen zum solidarischen Bezahlen. So freuten wir freuten uns nicht nur über den Zuspruch, der uns im Netz und im „realen Leben“ erreichte, sondern auch über 31.000 Euro Rekordeinnahmen aus Einmalzahlungen. Da könnte man sich ja fast bei der CDU bedanken. Fast.
Empfohlener externer Inhalt
Auch wenn wir vom taz zahl ich-Team den Fokus auf taz.de legen und nicht viel im Printbereich zugegen sind, wurde es im Oktober auch für uns spannend: Seit langem angekündigt und sorgfältig begleitet näherte sich die letzte tägliche Printausgabe der taz – seit dem 17. Oktober erscheinen wir werktags nur noch digital (die wochentaz gibt es weiterhin als Printausgabe).
Im Monat der Seitenwende blickte das taz zahl ich-Team optimistisch ins Digitale und unsere Community ging diesen wichtigen Schritt nicht nur engagiert mit, sie zeigten wieder einmal wie stark der Grundstein der Solidarität in unserem Modell verankert ist: erneut feierten wir in den kommenden Monaten Einnahmenrekorde für taz zahl ich, der Oktober wurde mit 1.256 Anmeldungen zum stärksten Anmeldemonat seit dem Corona-Hoch im April 2020 (1.777). Der Zuspruch war überwältigend.
Im November blickten wir aus anderer Perspektive auf unser Solidarmodell: „Entscheidend für eine positive Entwicklung des freiwilligen solidarischen Bezahlens sind neben den Anmeldungen und der jeweils gewählten Beitragshöhe auch die Zahl der Kündigungen.“
Empfohlener externer Inhalt
Die meisten Kündigungen erreichen uns von Menschen, die aus Gründen finanzieller Engpässe ihren freiwilligen Beitrag beenden. Und genau das ist unsere Idee: Niemand muss zahlen, aber alle sollen den gleichen Zugang zu Informationen erhalten. Diejenigen, die einen solidarischen Beitrag für die taz abschließen, helfen so auch ihren Mitleser:innen. Ebenfalls erfreulich, ist dass der zweithäufigste Grund (22,3 %) für eine Kündigung der Umstieg auf ein anderes taz-Abo ist. So bleibt also ein beträchtlicher Anteil unserer ehemaligen Unterstützer:innen der taz treu.
An dieser Stelle lohnt sich auch ein Blick auf die Kündigungsrate: Diese Kennzahl gibt Auskunft darüber, wie viele Mitglieder in einem bestimmten Zeitraum im Verhältnis zur Gesamtzahl der Mitglieder ihre Unterstützung gekündigt haben. Bei taz zahl ich liegt diese Kennzahl seit 2020 bei durchschnittlich 10 %, Tendenz sinkend. Ein klares Zeichen, dass taz zahl ich nicht nur ein „viraler Hit“ unter den Bezahlmodellen ist, sondern eine nachhaltig sinnvolle Finanzierungsmöglichkeit für unabhängigen Journalismus.
Empfohlener externer Inhalt
Unser Jahr endete mit einem erneuten Rekord: 344.834 Euro kamen im Dezember insgesamt aus regelmäßigen und spontanen Zahlungen zusammen, so viel wie noch nie! Die Gesamterlöse für taz zahl ich sind im Vergleich zum Vorjahr um 17,6 % gestiegen: Von 3,67 Mio. Euro Gesamterlösen stammen 3.474,648 Euro (90 Prozent) aus regelmäßigen Unterstützungsbeiträgen, 284.452 Euro (10 Prozent) aus spontanen Einmalzahlungen. Rund die Hälfte der spontanen Zahlungen erreichen uns via PayPal, gefolgt von Beiträgen durch Direktüberweisungen.
Empfohlener externer Inhalt
Insgesamt meldeten sich im Jahr 2025 9.999 Menschen neu für taz zahl ich an – insgesamt 258 kehrten nach einer Kündigung oder einer Pause zurück. Abzüglich der 3.619 Kündigungen verzeichnen wir also ein Jahresplus von 6.380 neuen Mitgliedern (6.638 inklusive der Rückkehrer:innen) und beendeten das Jahr bei 48.391 Mitgliedern – unsere Community ist also innerhalb eines Jahres um 16 Prozent gewachsen!
Ein aufregendes Jahr liegt hinter uns und wir freuen uns jetzt schon darauf, in diesem Jahr mit Ihnen gemeinsame Erfolge zu teilen und zu feiern. Egal ob Sie erst im letzten Jahr zu uns gestoßen sind, oder schon länger Teil unserer Solidargemeinschaft sind, egal ob Sie uns nur sporadisch oder regelmäßig mit einem Beitrag unterstützen: jeder Beitrag zu taz zahl ich zeigt uns, dass wir mit unserem Modell der Freiwilligkeit und der Solidarität den richtigen Weg gehen. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung!
An alle, die die taz online lesen: Vielen Dank für Ihr Engagement, Ihre Nachrichten mit Lob und Kritik, Anregungen und Wünschen. Wir schätzen uns sehr glücklich, eine so starke Community bei uns zu wissen.
Bleiben Sie solidarisch. Bleiben Sie uns gewogen. Bleiben Sie auf taz.de.