: »Onkel Dagoberts« unendliche Geschichte
13. Juni 1992: In der Porzellanabteilung des Karstadt-Warenhauses an der Mönckebergstraße explodiert nachts ein Sprengsatz und richtet Sachschaden an. Tags darauf meldet sich bei dem Kaufhauskonzern ein Erpresser mit dem Namen „Onkel Dagobert“ und fordert eine Million Mark Lösegeld. In der Folgezeit scheitern drei Geldübergabeversuche, weil Dagobert nicht am vereinbarten Ort erscheint.
14. August 1992: Dagobert dirigiert einen Geldboten der Polizei in den Intercity „Käthe Kollwitz“ Hamburg-Berlin. Bei Reinbek gibt er das Abwurf-Signal. Am Bahndamm nimmt Dagobert die Geldkoffer an sich. Beamte des Hamburger MEK versuchen Dagobert zu stellen, doch der Erpresser kann mit einem Mountain-Bike flüchten. Am Reinbeker Bahnhof stellt Dagobert fest, daß die Polizei ihn gelinkt hat. In dem Geldkoffer befinden sich nur Papierschnitzel.
9. September 1992: In der Bremer Karstadt-Filiale explodiert eine Bombe der Marke Dagobert. In den folgenden Wochen scheitern mehrere Geldübergabetermine.
15. September 1992: Dagobert macht ernst, läßt in der Hannoveraner Karstadt-Filiale kurz vor Ladenschluß eine seiner Rohrbomben explodieren. Zwei Personen werden verletzt.
29. Oktober 1992: In Berlin findet ein erneuter Geldübergabeversuch statt. Weil das Signal angeblich zu schwach war, wirft der Geldbote am vorgesehenen Abwurfort die Tasche nicht aus dem Zug. Weitere Geldübergabeversuche scheitern.
5. Januar 1993: In Berlin findet der achte Übergabeversuch statt. Ein Polizeibeamter packt Dagobert an der Jacke, als er die Geldtasche aufzunehmen versucht. Der Beamte rutscht aber aus, Dagobert kann entkommen. Die Polizei bittet den Karstadt-Erpresser über die Medien, abermals Kontakt aufzunehmen. Es wird beteuert, die versprochene Geldsumme zu Übergeben. Weitere Übergabetermine läßt Dagobert allerdings platzen, bis er am Montag abend zum elften Übergabetermin erscheint. kva
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