Ökologische Überschuldung: Ab jetzt auf Ökopump
Der 23. September ist der Tag im Jahr 2008, an dem alle natürlichen Ressourcen verbraucht sind, die für dieses Jahr zur Verfügung stehen.
BERLIN taz Seit heute können die Treibhausgase, die in diesem Jahr noch in die Luft geblasen werden, nicht mehr von der Natur verarbeitet werden. Das gleiche gilt für jeden Müll, der bis Ende Dezember erzeugt wird. Denn die Menschen beuten die Erde schneller aus, als sie sich erholen kann. Die Ressourcen, die sie 2008 zur Verfügung stellt, hat die Menschheit bis gestern verbraucht, also drei Monate vor Jahresende. Das zeigen Berechnungen des internationalen Global Footprint Network. Das heißt: Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse, so als hätte sie 1,4 Erden - und nicht nur eine.
"Auf Dauer vernichten wir unsere eigene Lebensgrundlagen", kritisiert Jürgen Knirsch, Globalisierungs-Experte von Greenpeace. Zumal der "Tag der ökologischen Überschuldung" wie ihn die Fachleute nennen jedes Jahr früher kommt: 2007 lag er noch im Oktober, Mitte der neunziger Jahre im November.
Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Ökologischen Fußabdruck. Dafür werfen die Wissenschaftler alles zusammen, was der Mensch zum Leben braucht: Fleisch und Meeresfrüchte, Holz und Textilien, Energieträger und Infrastruktur. Sie berechnen, wie er durch den Verbrauch dieser Ressourcen die Erde belastet. Heraus kommt am Ende die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den Lebensstil der Menschen dauerhaft zu ermöglichen. 1986 war das erste Jahr, in dem die Menschheit weltweit über ihre Verhältnisse lebte. Derzeit macht das Treibhausgas Kohlendioxid mehr als die Hälfte des ökologischen Fußabdrucks aus.
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