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Nukleares Dilemma: Strahlenschutz

Als Folge der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl stand die Strahlenschutzpolitik für kurze Zeit im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Trotzdem blieben die Strukturen und Entscheidungsmechanismen der Öffentlichkeit wenig bekannt.

In der Strahlenschutzverordnung werden Grenzwerte festgesetzt, die bestimmen, welche Risiken und Belastungen der Bevölkerung und den ArbeiternehmerInnen in Atomanlagen, nuklearmedizinischen Einrichtungen und anderen strahlenexponierten Tätigkeitsbereichen zugemutet werden. Grenzwertfestlegungen sind politische Entscheidungen darüber, wie viele Tote und Erkrankte diese Gesellschaftsordnung als Tribut an Wohlstand, technischem Fortschritt und die herrschende Wirtschaftsordnung einfordert. Denn Strahlenschutzpolitik, national oder international, hat noch immer zum Ziel, in erster Linie den Weiterbetrieb von Atomanlagen zu gewährleisten und den weiteren Ausbau im gesamten Bereich des zivil-militärischen Brennstoffkreislaufes sicherzustellen. Nachdem die Strahlenschutzverordnung nach der Reaktorkatastrophe 1986 de facto außer Kraft gesetzt wurde, geht es zur Zeit um die Novellierung. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reakatorsicherheit stellte im April 1988 den Entwurf der Zweiten Verordnung zur Änderung der Strahlenschutzverordnung fertig. Im Juni ging die Novelle den Verbänden zu, die binnen kürzester Zeit zu Stellungsnahmen aufgefordert und am 27.6. zur Verbändeanhörung geladen wurden. Kritische Wissenschaftlerinnen und VertreterInnen der Umweltschutzverbände forderten die sofortige Zurücknahme des Entwurfs und eine erneute Überarbeitung auch im Hinblick auf die besondere gesundheitliche Gefährdung im Niedrigstrahlenbereich. Das Diskussionsforum Nukleares Dilemma: Strahlenschutz hat zum Ziel, Tranzperenz und Öffentlichkeit zum Thema Strahlenschutz herzustellen, Funktion und Stellenwert dieser Politik und der an ihrer Durchsetzung beteiligten Kräfte zu analysieren sowie Wege für zukünftiges Denken und Handeln anzureißen.

Das Diskussionsforum Nukleares Dilemma: Strahlenschutz findet in Bonn am 15.Sept. im Bundeshaus, Zimmer 1903, Eingang Turm Rheinseite statt. Zur Vorbereitung dieser ganztägigen Verantstaltung sind Materialien über die Bundestagsfraktion der GRÜNEN, Büro Lieselotte Wollny, T.:0228/16 92 37 oder 16 54 13 erhältlich. Um Anmeldung wird gebeten.

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