piwik no script img

Note „mangelhaft“

■ StudentInnen beurteilen Architektenwohnung

Vollmundig preist der Immobilien-Unternehmer Justus Grosse seine rund 70 Neubauwohnungen im Hollerland an: „Umweltfreundlich und solide, maßgeschneidert und bewohnerfreundlich“. Grosse bebaut einen Teil des Gewoba-Geländes. Entworfen hat Starchitekt Thomas Klumpp die Häuser.

Bremer Architektur-StudentInnen haben sich den Verkaufsprospekt genauer angeschaut und sind zu einem niederschmetternden Ergebnis gekommen: Note mangelhaft. „Umweltfreundlich“? Von wegen, so die StudentInnen, führt doch die Garagenzufahrt tief in den von Häusern umstandenen Hof hinein; ein ruhiger, naturverbundener Innenraum kann dort also nicht mehr gestaltet werden. Die Giebeldächer einer ganzen Hausreihe zeigen nach Ost/West, sind also für Solarzellen gänzlich unbrauchbar.

Wärmetechnisch müßte sich ein Haus nach Norden schließen, nach Süden öffnen, doch die Klumppschen Häuser weisen vorn und hinten fast die gleiche breite Fensterfront auf. Dazu PVC-Leisten und PVC auf den Böden der Arbeitsräume! Im Prospekt war noch mit umweltfreundlichen Baustoffen geworben worden. „Bewohnerfreundlich“? Küchen ohne Fenster, nicht mal 5 Quadratmeter groß. „Eine Zumutung“, so das vernichtende Urteil. cis

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen