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Nominiert für den panterpreis 2026 Medienbildung für Chancengleichheit

In Workshops vermittelt das Projekt nah:dran Jugendlichen aus ländlichen und strukturschwachen Regionen Medienkompetenz. Getragen wird die Initiative durch ehrenamtliches Engagement.

taz panterpreis | „Jugendliche kommen in den Massenmedien viel zu selten mit ihren Themen vor“, sagt Cynthia Seidel, Mitglied im Bundesvorstand der Jugendpresse e.V.. Der Verein führt als Bundesverband junger Medienmacher*innen darum seit Anfang 2025 mit dem Projekt „nah:dran – Medien für alle“ Workshops für Medienkompetenz durch – in strukturschwachen Regionen mit schlechter Infrastruktur und unzureichenden Bildungsangeboten. In Städten wie Frankfurt (Oder), Chemnitz oder Bautzen waren sie bereits unterwegs.

In Schulen, Jugendclubs oder Vereinen organisiert nah:dran Jugendredaktionen, sagt Seidel, die für das Projekt zuständig ist. Dazu spreche sie vorab mit den Kooperationspartner:innen, „weil sie ihre Zielgruppe vor Ort viel besser kennen als wir“. Jugendliche lernen dann zum Beispiel, Desinformationen kritisch zu reflektieren. Danach schreiben sie selber Texte, nehmen Podcasts auf oder setzen sich mit den Folgen künstlicher Intelligenz auseinander. Auf Netzwerktreffen können die Jugendlichen weiter in Kontakt bleiben.

taz panterpreis „Medien von unten“

Ausgeschrieben war der taz panterpreis unter dem Motto „Unabhängig, kritisch, resilient: Medien von unten“. Vom 8. bis 27. Juni 2026 findet unter taz.de/panterwahl die öffentliche Wahl darüber statt, wer der sieben Nominierten den Publikumspreis gewinnt. Die Preisverleihung, inklusive des Jurypreises, ist im Rahmen der Hamburger Woche der Pressefreiheit am 14. Oktober um 18 Uhr im Museum der Arbeit.

Ob einem Medienkompetenz im Elternhaus vermittelt wird, hängt laut Studien stark vom sozioökonomischen Status der Familie ab. Institutionelle Medienbildung kann Chancengleichheit herstellen und verhindern, dass Kinder mit erschwertem Zugang zu Bildung den Anschluss verlieren.

Finanzierung ungewiss

Damit das gelingt, ist nah:dran aber auf zivilgesellschaftliches Engagement angewiesen. Cynthea Seidel und die Teamer:innen, die die Workshops leiten, arbeiten ehrenamtlich. Durch die Finanzierung von „Demokratie leben“ des Bildungsministeriums konnte nah:dran zwei Projektmitarbeitende anstellen, „damit es nicht nur an der Freizeit von Menschen hängt“, erklärt Cynthia Seidel.

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taz panterpreis Nominierte 2026 | nah:dran – Medien für alle

Grafik auf grünem Hintergrund: Links springt ein schwarzer Panther. Rechts steht „taz Panterpreis 2026“ und darunter „nah:dran – Medien für alle“ sowie „Unabhängig, kritisch, resilient: Medien von unten“.

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nah:dran ist eines der Projekte, die von der geplanten Umstrukturierung des Demokratie-Förderprogramms betroffen sind. Zwei Jahre vor dem eigentlichen Projektende würde die Finanzierung auslaufen. Cynthia Seidel will die Expertise der beiden Projektangestellten nicht verlieren, doch angesichts der Umstände stellt sich ihr Team darauf ein, nah:dran auch ohne Förderung erhalten zu können. Sie kümmern sich jetzt um Parallelstrukturen, „um die Netzwerke, die wir in den letzten eineinhalb Jahren aufgebaut haben, zu halten“.

Was Medien ausmacht und wie sie arbeiten, ist für viele Menschen schwer zu verstehen. Darum sei die Vermittlung von Medienkompetenz für Jugendliche, gerade aus sozial schwächeren Familien, so wichtig – und das sollte auch ausreichend finanziell gefördert werden, meint Cynthia Seidel. Das Projekt nah:dran bringe „vielfältige Perspektiven“ in den Journalismus ein. „Die regulären Medien schaffen das einfach nicht.“