Neuigkeiten von der "Macworld": iTunes wird kopierschutzfrei

Auf der "Macworld" in San Francisco zeigte Apple neue Produkte. Die größte Überraschung betrifft aber den Musikladen "iTunes": Es gibt neue Preise und weniger Kopierschutz.

Viel Spannung konnte Marketing-Chef Phil Schiller nicht verbreiten. Bild: reuters

Das Wichtigste für die Masse der Apple-Fans kam am Dienstag zum Schluss der Eröffnung der größten Apple-Messe der Welt, der "Macworld" in San Francisco: Veränderungen bei den Preisen im Musikladen "iTunes". Künftig dürfen Plattenfirmen ihre Songs entweder für 0,69, 0,99 oder 1,29 Euro anbieten. Es ist davon auszugehen, dass sich dadurch besonders aktuelle Hits verteuern werden, während ältere Alben billiger werden. Mit der Einigung auf das neue Preismodell konnte der Konzern alle vier großen "Major"-Plattenlabel davon überzeugen, ihr Material ohne digitales Rechtemanagement anzubieten. Es läuft also immer und überall. Immerhin befreit Apple seine Nutzer damit nun auch von den Fesseln des Kopierschutzes.

Schon der Moderator der Eröffnungsveranstaltung war für Apple-Fans allerdings eine Enttäuschung: Statt Firmenboss Steve Jobs, der sich derzeit von einer Hormonerkrankung erholt, musste Marketing-Chef Phil Schiller ran, um die neuesten Neuheiten der Kultmarke vorzustellen. Der Manager gab sich zwar reichlich Mühe, Jobs adäquat zu ersetzen, musste aber mit einer eher unspektakulären Palette an frischen Produkten Vorlieb nehmen: Zwei neuen Software-Titeln und einem neuen Rechner. Böse Zungen spekulierten denn auch schnell, Jobs sei nur wegen dieses potenziellen Gähn-Faktors der Veranstaltung fern geblieben.

Mit der neuesten Version von "iLife", die auf jedem neuen Mac-Computer installiert ist und sonst 80 Euro kostet, soll man laut Schiller künftig noch einfacher Fotos organisieren, Filme schneiden und Musik machen können. So bietet das Bildprogramm "iPhoto" unter anderem eine Funktion, mit der sich Gesichter und Orte automatisch erkennen lassen – so sortiert die Software dann beispielsweise alle Aufnahmen von Mama in einen Ordner, alle Aufnahmen aus Paris dank Satellitennavigationstechnik in einen anderen. Das Filmprogramm "iMovie" wiederum soll aus Videoamateuren Halbprofis machen – Schnitteffekte wie aus Hollywood inklusive. Die Musiksoftware "GarageBand" hat in seiner nächsten Version eine Lernkomponente integriert, mit der man Grundlagen des Klavier- und Gitarrespielens erlernen kann. Wer pro Lerneinheit 5 Dollar zusätzlich ausgibt, kann sich dabei auch Titel von Stars wie Sting oder Norah Jones beibringen lassen. iLife liegt außerdem noch das Webseiten-Programm "iWeb" und die DVD-Produktionssoftware "iDVD" bei.

Ebenfalls runderneuert hat Apple die Profisoftware "iWork", mit der der Konzern gegen Microsofts Office-Büropaket antritt. Bei den drei Bestandteilen "Numbers" (Tabellenkalkulation), "Pages" (Textverarbeitung) und "Keynote" (Präsentation) wurde vor allem an Details geschraubt. So besitzt Pages nun einen Vollbildmodus, in dem man sich besonders gut auf seine Textarbeit konzentrieren können soll, Numbers erleichtert den Umgang mit Formeln und Keynote sieht dank neuer Effekte ein wenig besser aus. Zusätzlich kann man seine fertigen Darstellungen aus allen drei Programmen künftig auch auf einer eigenen Website namens "iWork.com" präsentieren, um sie sich von Kollegen kommentieren zu lassen. Der Dienst ist aktuell noch "beta" und deshalb kostenlos, soll bei Fertigstellung aber eine noch nicht fest stehende Gebühr nach sich ziehen.

Schillers einzige Hardware-Neuigkeit auf der Macworld ist ein Laptop für Profis. Das 17-Zoll-MacBook Pro kostet schlappe 2.500 Euro, bietet einen großen Bildschirm und ist flacher und etwas leichter geworden als sein Vorgänger. Es orientiert sich im Look an den aktuellen MacBook- und 15-Zoll-MacBook Pro-Rechnern, womit Apple den Umbau seiner Palette an tragbaren Computern abgeschlossen hat. Das Besondere am 17-Zoll-MacBook Pro ist seine Batterie: Sie kann künftig nicht mehr vom Nutzer entnommen werden, hält dafür aber besonders lange durch. 8 Stunden lang soll ein solcher Computer laufen, die Batterie sich bis zu 1.000 Mal aufladen lassen. Letzteres ist laut Apple das Dreifache der Kapazität üblicher Akkus. Die Nichtaustauschbarkeit ist laut Schiller der Tatsache geschuldet, dass man bei dem "tragbaren Supercomputer" den Platz für eine Hochleistungsbatterie voll ausnutzen wollte. Vorteile hat die neue Technik auch aus Umweltschutzperspektive: Da der Akku so lange hält, muss er im Schnitt erst nach fünf Jahren entsorgt werden.

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