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Neue Bankenpleite in Japan

■ Daiichi hat 5,5 Milliarden Mark Schulden. Bank von Japan will Zinsen nicht erhöhen

Tokio (AP/rtr) – In Japan ist das nächste Bankhaus gekracht: Wegen der Schwäche des örtlichen Immobilienmarktes muß die Hypothekenbank Daiichi Corp. Konkurs anmelden. Das Geldinstitut kündigte gestern in Tokio an, bei Gericht Antrag auf Liquidation zu stellen. Medienberichten zufolge soll die Daiichi Corp. 405,2 Milliarden Yen (rund 5,5 Mrd. Mark) Schulden haben. Sie mußte aufgeben, nachdem ihre eigenen Kreditgeber jede weitere finanzielle Unterstützung verweigert hatten. Seit 1992 hatte die Daiichi Corp. mehrere Versuche für einen geschäftlichen Neuanfang gemacht.

Daiichi ist ein weiteres Opfer der Pleitewelle, die seit Beginn der Immobilienkrise 1992 das Land erfaßt hat. Damals begannen die durch Börsenspekulationen explodierten Preise für Land und Gebäude zu bröckeln. Auch die normalen Geschäftsbanken stecken in dem Abwärtssog, da sie Immobilienprojekte mit Milliardenkrediten finanzierten und nun auf hohen ungedeckten Forderungen sitzen.

Die Bank von Japan will nach den Worten ihres Gouverneurs Masaru Hayami die Leitzinsen nicht erhöhen, solange kein dauerhafter Wirtschaftsaufschwung einsetzt. Seit 1995 hält die Notenbank ihren Diskontsatz auf dem bisher niedrigsten Niveau von 0,5 Prozent.

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