: Neu im Kino: Linke Vampirin
Neu im Kino
Linke Vampirin
Sie heißt Sylvana, ist Vampirin aus Leidenschaft und will transsylvanische Überzeugungsarbeit leisten. Vampir sein ist schön, so lautet ihre Botschaft, alle Welt will sie in ein besseres Leben beißen, allein die Welt sträubt sich.
„Der Biß“ (Buch, Regie, Musik und Hauptrolle: Marianne Enzensberger) ist ein ganz wunderbar durchgeknallter Film, der viele kleine und große Geschichten erzählt. Zwei Jahre lang hat die Enzensberger dran gedreht, alle Bilder sind liebevoll arrangiert, ganz wunderbar gespenstisch ausgeleuchtet und mit viel Lust zum Schwarzen verziert. Herausgekommen ist nicht nur eine Vampirgeschichte, die Gut und Böse vom Kopf auf die Beine stellt, sondern mal eben auch eine kleine Geschichte der Linken. Denn Sylvana will sich nicht nur an verstocktem Kleinbürgertum die Zähne ausbeißen, sondern hat auch echte Standortschwierigkeiten unter ihresgleichen. Beim jour fix der Nachtfahrenden auf einem Schloß stellt sich die ganze Bagage als degoutanter Haufen ohne transylvanische Gesinnung, dafür aber mit viel Eitelkeit heraus. Die singende Vampirette Sara (Marianne Rosenberg), die in ihrem Programm „Rhapsodie in Blut“ dämonische Texte zum Besten gibt, bekennt: „Ich will Euch nur unterhalten“, und ihr Conferencier erklärt: „Wer die Welt verändern will, ist auf dem Holzweg.“
Sylvana, enttäuscht und wütend über soviel Heuchelei, verläßt das Schloß... mad
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