Nach Nahles' Rücktritt: Union will bei der SPD bleiben
Die CDU demonstriert öffentlich den Dreiklang von Partei, Unionsfraktion und Kanzleramt: Sie möchte die große Koalition fortführen.
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Der Rückzug von Andrea Nahles sowohl vom Partei- als auch vom Fraktionsvorsitz stellt das Weiterbestehen der Regierungskoalition in Frage. Und: Er stellt die Partnerin der SPD, die Union, vor große Probleme. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer steht innerparteilich wegen der schlechten Europawahl-Ergebnisse und der ziemlich chaotischen Organisation der Bundespartei hart in der Kritik. Der radikale Move von Nahles könnte den Austritt der SPD aus der Koalition zur Folge haben – mit unabsehbaren Folgen für die Union.
Am Sonntag waren Vorstand und Präsidium zur Klausur verabredet, eigentlich um das schlechte CDU-Ergebnis der Europawahl vom vergangenen Wochenende zu analysieren. Das war insofern praktisch, als alle maßgeblichen VertreterInnen vor Ort im Konrad-Adenauer-Haus waren, um sich zu den aktuellen Ereignissen zu äußern und so öffentlich den Dreiklang von Partei, Unions-Fraktion und Kanzleramt zu demonstrieren. Der Tenor war deutlich: Die Union möchte die Große Koalition fortführen.
Den Anfang machte Annegret Kramp-Karrenbauer. „Wir stehen weiter zur Großen Koalition“, sagte sie mit arg angestrengter Miene. Dies sei „nicht die Stunde für parteitaktische Überlegungen“. Die Groko sei „kein Selbstzweck“, ihre Partei bereit, „weiterhin ihren Beitrag zu einer stabilen und funktionierenden Regierungsarbeit zu leisten“.
Nach Kramp-Karrenbauer meldete sich Fraktionschef Ralph Brinkhaus zu Wort. Er hoffe, die Arbeit mit der SPD fortsetzen zu können: „Wir sind fest entschlossen.“ Brinkhaus legte Wert auf die persönliche Bemerkung, dass mit Andrea Nahles „ein Mensch“ aus dem politischen Betrieb ausscheidet. „Wir müssen uns fragen: Wie gehen wir miteinander um, was macht das mit uns?“ Die Antwort lasse er „bewusst offen“.
Kurz nach halb sechs trat schließlich Angela Merkel an alter Wirkungsstätte ans Mikrofon. Sie spreche hier für die Regierung, betonte die Kanzlerin. Und für die sage sie: „Wir werden die Regierungsarbeit fortsetzen“ – mit aller Ernsthaftigkeit und großem Verantwortungsbewusstsein. Wie ihr Vorredner Ralph Brinkhaus wies sie auf die Arbeit hin, die vor der Großen Koalition liege. Innen- und Außenpolitik, Europa, Wirtschaft – „wir werden weiterarbeiten“.
Das Thema Klima erwähnte Angela Merkel nicht, obwohl direkt vor der Parteizentrale Greenpeace-AktivistInnen Aufstellung genommen hatten. Aber zugegeben, am Ende eines solchen Tages kann schon mal aus dem Blick geraten, was landauf, landab hitzig diskutiert wird.
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