■ NPD-Demo: Polizei zensiert Presse
Karlstadt (dpa) – Bei einer Gegendemonstration gegen eine Kundgebung der rechtsextremistischen NPD im unterfränkischen Karlstadt zensierte die Polizei am Samstag die Presse. An der NPD- Veranstaltung, die sich gegen den Bau einer Moschee in Karlstadt richtete, hatten sich nach Polizeiangaben 25 Personen beteiligt. Rund 100 Menschen störten die Veranstaltung mit Pfiffen und Sprechchören. Als ein Fotograf einen Gegendemonstranten fotografieren wollte, wurde er nach eigener Darstellung von mehreren Polizisten festgehalten und zu Boden geworfen. Nach Darstellung der Polizei wurde dem Fotografen „von einem Polizeibeamten die Kamera vorübergehend weggenommen und der Film sichergestellt“. Der bayerische Journalistenverband protestierte gestern gegen den Polizeiübergriff, der den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit grob verletzt habe.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen