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Musik-„Fever“ gegen Hinhaltetaktik

■ Musik-Sampler-Cassette dokumentiert die Solikonzerte Bremer Bands für das Lagerhaus

Eigentlich ist es nicht mehr zum Zuhören. Da haben die senatorischen Behörden Zusagen gemacht, daß es eine Freude war. Schnell und unbürokratisch wurde die zu leistende Hilfe genannt, das Lagerhaus Schildstraße konnte also hoffen. Doch jetzt sieht alles ganz anders aus. Seit Donnerstag ist bekannt, daß die Anträge auf Schallisolierung des Kellers und die Dachandeckung abgelehnt wurden. Begründung: Die Zukunft des Lagerhauses sei ungewiß. Genauso lapidar scheinen die Behörden mit der zugesicherten Schnelligkeit umzugehen. Knapp vier Monate nach der Zusicherung, über die ABM-Stellen zu beraten, besteht Mitte Mai lediglich die Möglichkeit einer Entscheidung, das Arbeitsamt ließ sich sogar mehr als 5 Monate Zeit. Am 25.4. läuft die letzte Stelle aus...

Dem widersetzten sich eine Menge Bremer MusikerInnen mit Benefizkonzerten. Eine Woche lang fanden allabendlich Musikveranstaltungen statt, die das Fanzine-Label Strange Ways nun auf einer Kassette veröffentlicht hat. Und diese eineinhalb Stunden Bremische Musikkultur lassen sich allerdings hören.

Auch weniger renommierte Formationen sind darauf vertreten. So wundert es nicht, daß mit Der Goldene Robert und die Erste Geiger ein bisher kaum in Erscheinung getretenes Duo den heimlichen Hit einspielten. Fever, vielleicht manchen in der äußerst komischen Version des Muppet -Orchesters bekannt, wirkt in seiner Bremer Variante noch grotesker. Stefan Walkau und Connie Geiger rankten um rudimentäre Versatzstücke des Songs eine Fülle von absurden Einfällen, die unwillkürlich das Lachen aus dem Körper treiben. Ihnen ebenbürtig sind Michael Berger und Evelyn Gramel alias Berger und Evelyn. Zwar nicht brüllend komisch, doch Evelyns Stimme in River macht Appetit auf mehr.

Diesen stillen aber auch die anderen Bremer LokalmatadorInnen mit einem in Ohren und Beine gehenden Querschnitt hanseatischen Musikschaffens. Neben den arrivierten Größen wie den Shizzo Flamingos, denen die akustische Live-Atmosphäre einen ganz besonderen Stempel aufdrückt, der III.Art, den Scraps, die aus der UdSSR wieder zurück sind, sind auch The Dry Halleys vertreten, die am letzten Wochenende ihr fertiggestelltes Musikvideo vorstellen konnten. Doch auch neuformierte Ensembles und Einmal-Gruppierungen lassen sich auf der anständig produzierten Kassette vernehmen. Der Klang ist den Umständen entsprechend akzeptabel, gelegentliche Zwischenrufe und gut gelaunte Gespräche aus dem Off unterstreichen den Solidar -Anlaß der Live-Palette Bremer Bands. Und Tom Geffken von den Pillbox Boys war Spitze wie immer. J.F

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