: „Musialas Körper ist zum Spekulationsobjekt geworden“
Johannes Kopp
Geht’s noch? Rücksicht auf seine Privatsphäre wünscht sich der deutsche Fußballnationalspieler und FC-Bayern-Profi Jamal Musiala. Doch er erfährt in diesen Tagen das krasse Gegenteil. Alle möglichen Ärzte, Psychologen, Mitspieler, Vereinsangestellte werden zu Musialas Körper befragt und geben bereitwillig Auskunft. Es ist in den Medien das Sportthema der Woche.
Foto: privat
Johannes Kopp ist Redakteur im Sportressort der taz.
Zweimal ist Musiala auf dem Spielfeld ohne äußeren Anlass zusammengebrochen. Natürlich hat das Fragen aufgeworfen. Und der Spieler hat sie beantwortet: Es handelte sich um behandelbare Absencen, die auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind. Kein Drama. Und nun wolle er das Thema im vertrauten Kreis halten.
Denkste! Sein Körper ist in diesen Tagen zum öffentlichen Spekulationsobjekt geworden. Die Geschichten verkaufen sich offenbar bestens. Der verbreitete Hang zum Unfallgaffertum lässt sich an diesem Beispiel bestens beobachten. Lasst endlich Jamal Musiala in Ruhe! Schon diese wenigen Zeilen in dieser Angelegenheit sind eigentlich zu viel. Aber die massiven Grenzüberschreitungen lassen sich leider kaum ignorieren.
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