■ Mit dem Brenner-Basistunnel auf du und du: Ein sinnloses Loch
Berlin (taz) – Das Werk ist eine Fleißarbeit: 7.800 Seiten haben die MitarbeiterInnen der Brenner General Consultant und des internationalen Brenner-Konsortiums über das geplante Riesenloch durch die Alpen zusammengeschrieben. Mehr als 50 Millionen Mark kassierten sie dafür von den Verkehrsministern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Jetzt staubt das Elaborat in Matthias Wissmanns Giftschrank vor sich hin – obwohl die Ergebnisse mit Sicherheit den Brenner-Basistunnel in den höchsten Tönen loben. Schließlich sind an den beiden Forschungsinstitutionen ausschließlich Firmen beteiligt, die am Bau des Eisenbahnprojekts ein Eigeninteresse haben.
Aber der Bundesverkehrsminister rückt nur den „Entwurf einer Kurzfassung“ raus, in dem weder die Fragen der technischen Realisierbarkeit noch der Finanzierung oder Wirtschaftlichkeit beantwortet werden. Der Bundestagsabgeordnete Ali Schmidt (Bündnisgrüne) hat deshalb die Präsidentin vom Bundesrechnungshof Hedda Czasche-Meseke aufgefordert, zu prüfen, ob hier „leichtfertig und uneffektiv Millionenbeträge in eine wenig zweckdienlich Untersuchung investiert wurden, deren Ergebnisse weder objektiv noch brauchbar sind bzw. umfassend überhaupt nicht vorgelegt werden“.
Für Fritz Gurgiser vom Innsbrucker Transitforum steht fest, daß der Tunnel ein ökonomischer und ökologischer Flop ist. Rund 1000 Mark würde der Transport einer Lkw-Ladung durch die mindestens 25 Milliarden Mark teure Röhre kosten, hat er ausgerechnet. Der Straßentransit schlägt hingegen seit dem EU-Beitritt Österreichs nur mit knapp 32 Mark zu Buche – und wird bis 1997 auf unter 12 Mark sinken. „Seit Anfang des Jahres hat die Bahn 20 Prozent auf dieser Strecke verloren, riesige Kapazitäten sind frei“, sagt der Mann vom Dachverband der Bürgerinitiativen. Eine neue Strecke sei völliger „Bleedsinn“. Annette Jensen
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