piwik no script img

Mieses Rating wegen SchuldenrückkaufGriechenland weiter abgestuft

Griechenland versucht mit einem Anleiherückauf seine Schuldenlast zu senken. Nun wird es deswegen von einer Ratingagentur schlechter beurteilt.

NEW YORK/ATHEN dpa | Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands wegen des laufenden Anleihenrückkaufs weiter herabgestuft. Die US-Ratingagentur wertet das laufende Angebot der Regierung in Athen, Staatsanleihen für zehn Milliarden Euro zurückzukaufen, als teilweisen Zahlungsausfall.

Daher sei die Bewertung von „CCC“ auf „SD“ („Selective Default“/teilweiser Zahlungsausfall) gesenkt worden, teilte S&P am Mittwochabend in New York mit. Sollte der Rückkauf der Anleihen erfolgreich über die Bühne gehen, werde die Bewertung wahrscheinlich wieder auf „CCC“ erhöht.

Die Abstufung war von vielen Experten erwartet worden, da die Ratingagentur Anleiherückkäufe deutlich unter dem Nennwert technisch als Zahlungsausfall wertet. S&P hatte die Kreditwürdigkeit Griechenlands erst im Februar wegen des damaligen Schuldenschnitts auf „SD“ herabgestuft und dann im Mai wieder auf „CCC“ erhöht.

„Damit haben wir gerechnet. Wir setzen unser Programm fort“, sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag mit Blick auf den Schuldenrückkauf. Athen hatte vergangenen Montag den Besitzern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Werts gemacht.

Die Offerte endet am Freitagnachmittag (7.12.) Griechenland will dafür maximal zehn Milliarden Euro aus Mitteln des Euro-Rettungsfonds aufwenden, um so seine Schulden um ein Vielfaches dieser Summe zu verringern. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Milliarden Euro.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare