piwik no script img

Menschen, kein Patientengut

Reinickendorf. „Wir tragen keine Verantwortung für ,Patientengut‘, sondern für Menschen“, glaubt, sympathischerweise, das Personal des Humboldt-Krankenhauses. Das vom Philosophen Hans Jonas formulierte „Prinzip der Verantwortung“ gelte „für uns alle“, und deshalb dürfe man „nach Rostock, Anschlägen auf Mahnmale, Schändungen jüdischer Friedhöfe nicht schweigen“. Ergebnis sind von Donnerstag bis Sonntag „Jüdisch-medizinische Kulturtage“. Den Eröffnungsvortrag hält morgen um 17 Uhr Dr. de Jong, Direktor des niederländischen „Sinai-Centers“, das sich auf die Behandlung von Kriegs- und Verfolgungssyndromen spezialisiert hat. Danach gibt es einen Diavortrag (in englisch) „zur Problematik der zweiten Generation“ – Kinder und Angehörige von Überlebenden des Naziterrors. Am Samstag um 11 Uhr folgt das Thema „Jüdische Ärzte in der Weimarer Zeit“ und um 13.30 Uhr eine Diskussion über „Jüdische Ethik in der Krankenpflege“.usche

Humboldt-Krankenhaus, Am Nordgraben 2, zu erreichen mit dem Bus 124 oder 328.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen