: Mehr als nur die Musik
Bei den Festspielen wird Louis Andriessen porträtiert
Von Hanns Eisler stammt die schöne Erkenntnis, dass, wer nur was von Musik versteht, auch davon nichts versteht. Wer sich aber diese Losung zu Herzen nimmt, macht sich nicht unbedingt viele Freunde im Konzertbetrieb, in dem man sich doch lieber im Frack bedeckt hält. Der niederländische Komponist Louis Andriessen jedenfalls zählt nicht gerade zu den bekanntesten Namen in den deutschen Musiksälen. Gern ließ sich der von außermusikalischen Quellen inspirieren, und sein Interesse an der wechselseitigen Beziehung von Musik, Gesellschaft und Politik findet auch Eingang in die Notation. Natürlich wurde da einiges ausprobiert. Mal rief Andriessen Stillosigkeit zum Stil aus, er experimentierte mit Improvisationsmusikern und erdete amerikanischen Minimalismus mit holländischer Bodenständigkeit. Dass der Komponist dabei auch Monumentalität nicht scheut und selbst vor einprägsamen Melodien nicht kneifen will, erschwert nicht unbedingt die Zugänglichkeit seiner Musik, die am Samstag im Haus der Berliner Festspiele in einem Porträtkonzert präsentiert wird. Unter anderem sind dabei „The new Maths“ zu einem Video von Hal Hartley (die musikalische Umsetzung des Themas Verfolgung) und „M is for Man, Music and Mozart“, Andriessens Zuarbeit für einen Film von Peter Greenaway, zu hören.
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