Mehr als 100 Tote: Pipeline explodiert in Kenia

Bei einer Pipeline-Explosion in einem Armenviertel von Nairobi sind mehr als 100 Menschen verbrannt. Vermutet wird, dass Bewohner versucht haben, die Ölleitung anzuzapfen.

Joseph Mwangi vor den Resten seiner Hütte: Zwei seiner Kinder sind tot. Bild: dapd

NAIROBI afp | Bei einer Pipeline-Explosion in Kenia sind mehr als hundert Menschen getötet worden. Die Leitung sei in einem Armenviertel der Hauptstadt Nairobi explodiert und anschließend in Brand geraten, teilte die Polizei am Montag mit. Die Opfer hatten offenbar versucht, die Ölleitung anzuzapfen.

Die Explosion ereignete sich im Industriegebiet Lunga Lunga, das in einem dichtbesiedelten Slum liegt. Ein Augenzeuge berichtete, die Pipeline habe ein Leck gehabt und Slumbewohner seien herangeströmt, um das austretende Öl aufzufangen.

Plötzlich habe es einen lauten Knall gegeben, und Rauch und Flammen seien hoch in den Himmel geschossen. Auch ein Sprecher des Roten Kreuzes bestätigte, die Opfer hätten versucht, Öl abzuzapfen.

Ein AFP-Reporter vor Ort sah dutzende verkohlte Leichen nahe dem Feuer. Feuerwehrleute versuchten, den Brand mit Chemikalien unter Kontrolle zu bringen, Polizei und Soldaten sperrten die Unglücksstelle ab.

Pipeline-Lecks und Tankerunglücke in Afrika locken häufig große Mengen von Armen an, die Treibstoff stehlen wollen. Dabei kommt es häufig zu durch Funken ausgelösten Großbränden mit zahlreichen Opfern. 2009 kamen 122 Menschen durch ein Feuer ums Leben, als sie Erdöl aus einem gekenterten Tanker in Westkenia abzapften.

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