piwik no script img

Mehr ORB fürs Geld

■ Brandenburg übernimmt DFF-Klassiker vom MDR

Potsdam (dpa) — Der Ostdeutsche Rundfunk (ORB) renoviert sein Fernsehprogramm und zieht damit die Konsequenz aus den Kritiken der letzten Wochen. Intern deutete die Geschäftsführung des Senders die anhaltende Kritik zunächst als eine Art „Phantomschmerz“ über den verschwundenen Deutschen Fernsehfunk (DFF).

Die Zuschauer aber vermißten ihre liebgewordenen Sendungen wirklich und fanden keinen Zugang zum eher zielgruppenorientierten Satellitenprogramm von Eins Plus, das den kostenlosen Mantel für das ORB-Fernsehangebot darstellte. Sie entschieden per Fernbedienung, und folglich sind die Privaten im Osten auf dem Vormarsch.

Nun soll sich das neue ORB-Programm mehr am Zuschauerinteresse orientieren — das heißt mehr populäre Kost und vor allem die Rückkehr beliebter DFF-Sendungen. Möglich wird dies für den unterfinanzierten ORB durch eine enge Kooperation mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), der zwar viel reicher an Gebühren- und Werbeeinnahmen ist, aber unter der gleichen mangelnden Akzeptanz leidet. Das Tele-Lotto kehrt auf diese Weise ebenso zurück wie Außenseiter — Spitzenreiter, und auch der Straßenfeger aus früherer DFF-Zeit, der alte Film am Montagabend. Dafür wird das Programm von Eins Plus wieder abgeschaltet, und die fehlenden Sendeplätze werden durch Angebote anderer Dritter Programme der ARD aufgefüllt. Regulärer Start des neuen Vollprogramms wird der 4. Mai sein.

Die schnelle Entscheidung der Potsdamer hat die Berliner Partner vom SFB wieder einmal irritiert. Nach dem wochenlangen Hin und Her über eine Kooperation im Hörfunk, die schließlich doch vereinbart wurde, sorgt man sich nun um die Zusammenarbeit im Dritten Fernsehprogramm, die im Herbst beginnen soll. Doch ORB-Sprecher Füger beruhigt: „Das neue Vollprogramm verbaut nicht die geplante Kooperation.“

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen