piwik no script img

■ MediaBazaarFreies Wendland Fünf vor zwölf

Die Blockade ist weg, das Radio kommt (wieder). „Freies Wendland“ heißt es und will, sobald die Castortransporte ins Atommülllager beginnen, auf Sendung gehen. Die Uhrzeit läßt sich auch leicht merken: Nicht sehr originell, aber politically correct wird jeweils fünf vor zwölf (oder auch vor jeder anderen geraden Stunde) begonnen, und zwar mit einer „informativen Sendung“ über das Geschehen in und ums Wendland, wie uns aus der Freien Republik Wendland („Das Volk, im Auftrage: Abär, Sektretariat“) versichert wird. Gelockt werden wir mit einem „bärenstarken Programm“ und dem Motto „Kreativität statt Verbissenheit“. Ob auch aktuelle Verkehrsmeldungen durchgegeben werden können, weiß man noch nicht so genau, die Beziehungen zur örtlichen Polizei sind eher als instabil zu bezeichnen. Fehlt noch die Frequenz: Wenn sie keine „Gastfrequenz“ erhalten, wollen die freien Funker auf 100,00 MHz senden.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen