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Maxwell-Prozeß eröffnet

■ Die Söhne Kevin und Ian bestreiten Betrug an Angestellten des Imperiums

Dublin (taz) – Die britische Presse spricht vom „Betrugsprozeß des Jahrhunderts“: Das Verfahren, das gestern eröffnet worden ist, wird das teuerste und längste in der britischen Geschichte, mit einem Urteil ist erst um Weihnachten zu rechnen. Angeklagt sind der 38jährige Ian und der 36jährige Kevin Maxwell, die beiden Söhne des verstorbenen Zeitungsbarons Robert Maxwell, sowie Larry Trachtenberg und Robert Bunn, die beiden Finanzberater des Medienimperiums.

Man wirft ihnen vor, die Pensionskassen des Daily Mirror als Sicherheit für Kredite verwendet zu haben, um Löcher an anderen Stellen des Medienimperiums zu stopfen.

Die Angeklagten, die Direktoren in den zahlreichen Firmen ihres Vaters waren, haben die Vorwürfe gestern zu Beginn des Prozesses vehement bestritten.

Kevin Maxwell wird darüber hinaus beschuldigt, gemeinsam mit seinem Vater die Aktien der israelischen Scitex Corporation, die ebenfalls den Mirror-Pensionären gehörten, versilbert zu haben, um Maxwells Privatunternehmen durch Stützungskäufe der eigenen Aktien zu retten. Die Maßnahmen kamen freilich zu spät: Nachdem Maxwell im November 1991 unter mysteriösen Umständen vor der Küste von Teneriffa ertrunken war, zerfiel sein Imperium wie ein Kartenhaus.

Als das Londoner Konkursgericht vor knapp zwei Jahren das Betrugsverfahren einleitete, weil Erbe Kevin die geraubten 406,5 Millionen Pfund nicht an die Pensionskassen zurückzahlen konnte, beantragte Großbritanniens Rekordbankrotteur Arbeitslosenhilfe. Ralf Sotscheck

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