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Lokalkoloratur: Kurt Meisel

LOKALKOLORATUR

Bis in Meyers Konversationslexikon gelangte Kurt Meisel im Laufe seiner Karriere in einem „unseriösen“ Beruf. 1912 kam er als Sohn eines Arbeiters in Wien zur Welt. Natürlich sollte der Heranwachsende einen „richtigen“ Beruf ergreifen. Aber nach zwei Semestern hatte er, ach, genug Juristerei studiert, und er folgte seiner inneren Stimme, die ihn unwiderstehlich zur Bühne rief. Der Weg dorthin führte über ein Volontariat im Wiener Volkstheater. 1933 debütierte Meisel in den Münchner Kammerspielen als Shakespeare-Komödiant. 1935 begann seine Filmkarriere mit dem Lustspiel „Der Ehestreik“, dem 40 Filme bis 1945 folgten. Nach dem Krieg war er in Westdeutschland in etlichen Filmen abonniert auf brutale und verschlagene Typen. Das gab Profil in den trutschigen 50ern: 1957 attestierte ihm eine deutsche Illustrierte, mit seinem kahlen Schädel strahle er eine „unwiderstehlich liebenswürdige Brutalität“ aus. Das muß Ursula Lingen schon früh erkannt haben, denn seit 40 Jahren sind die Lingen und der Meisel ein Paar. Also hat Kurt Meisel heute ein dreifaches „Vivat“ verdient: Zum 80. Geburtstag, zum 60. Bühnenjubiläum und - übern Daumen gepeilt - zum 40. Jahrestag einer haltbaren Beziehung. jk

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