: Lieber Dirk Schmidtke,
■ betr.: "Wer Moral und Recht verquirlt...", Leserbrief vom 13.1.95
ich glaube nicht, daß Bertrams Abgang „allein mit der Glaubwürdigkeit eines Rechtssystems zu tun hat“. Zentral geht es dabei um Bertrams Glaubwürdigkeit. So wie er Gysi, Stolpe und Christa Wolf befragte, so darf ein IM nicht fragen.
Ich nehme ihm den moralischen Anspruch, den er bei diesen Gesprächen ins Feld führte, nicht mehr ab. Das Fernsehen mag keine moralische Anstalt sein, Bertram schien den Rundfunk immer wieder dazu zu machen. Jetzt wissen wir: das war Design. Er füllte eine Marktlücke. Das kann er jetzt nicht mehr. Oder?
Mit freundlichen Grüßen
Arno Widmann
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen