piwik no script img

Lenin und die deutsche Post

■ McKinsey im Musterbetrieb überflüssiger Bürokratie

Lenin wollte den Sozialismus nach dem Vorbild der deutschen Post organisieren. Das gelang und deshalb mißlang der Sozialismus so gründlich. Die Post, das Musterbeispiel für preußische Bürokratie und Kleinkrämerei!

Natürlich, vom Ural aus gesehen ist die Pünktlichkeit der deutschen Post selbst heute noch ein kleines Wunder. Aber was bedeutet das im Zeitalter des Telefax? Welche Bürokratie mit handschriftlichen Nummer-Eintragungen und kreisrunden Poststempeln muß in Gang gesetzt werden, um diese schlichte moderne Technik an einem Schalter der Post zu nutzen!

Wenige Themen eignen sich derart für sarkastische Geschichten wie die deutsche Post. Haben Sie einmal zugeschaut, wie im Zeitalter der Computer die Einzahlung von 40 Mark auf ein Postsparbuch vonstatten geht? Wofür brauchen wir heute noch, außer die Philatelisten und Spucke-Fetischisten, die Briefmarke? Warum muß ein Anrufbeantworter dadurch, daß die Post (neuerdings: Telecom) ihren monopolistischen „FTZ- Aufkleber“ darauf klebt, gleich über 200 Mark teurer werden?

Nur einer hat nicht gemerkt, was mit der Post los ist: die deutsche Postgewerkschaft. Klaus Wolschner

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen