Lebensmittelvergiftung in den USA: Tödliche Melonen

Schon 16 Menschen sollen in den USA durch infizierte Melonen gestorben sein. Auslöser sind Listerien. Befürchtet wird, dass noch mehr Menschen Opfer dieser Bakterien werden.

Melonen aus Colorado sollen die gefährlichen Bakterien verbreiten. Bild: ap

WASHINGTON dapd | Eine Lebensmittelvergiftung durch mit Listerien belastete Melonen hat in den USA bis zu 16 Menschen das Leben gekostet. 72 erkrankten an den Bakterien, teilte das Gesundheitszentrum CDC am Dienstag mit. Da von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit bis zu vier Wochen vergehen können, wird ein Anstieg der Erkrankungen befürchtet.

Als Ursache der aus bereits 18 US-Staaten gemeldeten Lebensmittelvergiftungen wurde ein Agrarbetrieb im US-Staat Colorado genannt. Die Jensen Farms in Holly hatten Anfang des Monats ihre Melonen zurückgerufen. Die Lebensmittelaufsicht des Bundes (FDA) stellte Listerien in Melonen fest, die in Lebensmittelläden Colorados und dem Haus eines Opfers untersucht wurden. Sie stammten aus einer Verpackungsanlage von Jensen Farms in Granada/Colorado.

Die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle könne wegen der langen Inkubationszeit von vier Wochen noch steigen, sagte der CDC-Arzt Robert Tauxe.

"Die lange Inkubationszeit ist ein echtes Problem. Menschen, die vor ein oder zwei Wochen vergiftete Lebensmittel aßen, können immer noch krank werden." Bei drei Todesfällen wird noch ermittelt, ob sie auf Listerien zurückgehen.

Es ist die bislang folgenschwerste Lebensmittelvergiftung in den USA seit drei Jahren. Damals starben neun Menschen nach dem Verzehr von mit Salmonellen belasteten Erdnüssen. Listerien gelten aber als noch gefährlicher als Salmonellen und E.coli-Bakterien, die in der Regel mehr Erkrankungen auslösen.

Listerien gedeihen bei Raumtemperatur und selbst in Kühlschränken. CDC und FDA empfahlen allen, die kontaminierte Melonen gekauft haben könnten, Kühlschränke und alle Oberflächen gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, die mit ihnen in Kontakt kamen.

An Listerien-Vergiftungen starben 1998 21 und 1985 sogar 52 Menschen in den USA. Das CDC stellt im Jahresdurchschnitt 800 Erkrankungen durch das Bakterium fest. Betroffen sind meistens ältere Menschen, Schwangere und Personen mit einem geschwächten Immunsystem.

Das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt laut CDC bei 78 Jahren, jeder fünfte stirbt daran.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de