■ Kurz und fündig: Manipulationen
Berlin (taz) – Die Aids-Forschung in den USA steht – nach Gallo – vor ihrem zweiten großen Skandal. Die Verbraucher- und Gesundheitsorganisation „Public Citizen“ hat schwere Vorwürfe gegen den bekannten Impfstoff- Forscher Robert Redfield erhoben. Redfield, Leiter der Retrovirus-Forschung am Walter-Reed-Forschungsinstitut der US-Army, wird eine „systematische Daten- Manipulation“ bei der Auswertung seiner Impfstoff-Experimente vorgeworfen. Sidney Wolfe, Direktor von Public Citizen, zitierte Army-interne Dokumente, die eine irreführende, viel zu positive Auswertung der Forschungsergebnisse durch Redfield belegen sollen. Die Washington Post berichtet, daß eine Untersuchung des Falles und eine berichtigte Veröffentlichung der Daten ansteht. Der US-Kongreß hatte im Jahr 1992 nach intensiver Lobby-Arbeit der Herstellerfirma MicroGeneSys 20 Millionen Dollar für Redfields Impfprogramm bewilligt. man
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen