Künstlerhaus Bethanien: Gegen die Wand: der taiwanische Konzeptkünstler Chou Yu-Cheng
Foto: Zsu Szabó für Künstlerhaus Bethanien
Zur Eröffnung war die golden glänzende Metallwand noch glatt, mittlerweile hat sie Dellen. Wenn es nach Chou Yu-Cheng geht, werden noch einige dazukommen. Er hat einen Pflasterstein davorgelegt, den die Besucher dagegenpfeffern sollen. Das knallt so laut, dass man zusammenzuckt, und steht für Agitation, neben Beten und Ruhe-Bewahren eine von drei Reaktionen auf gesellschaftliche Zustände, die der taiwanische Künstler in der Installation mit dem überlangen Titel „chemical gilding, keep calm, galvanise, pray, gradient, ashes, manifestation, unequal, dissatisfaction, capitalise, incense burner, survival, agitation, hit, day light“ reflektiert.
Chou, Stipendiat im Künstlerhaus Bethanien, beschränkt sich nicht auf ein bestimmtes Medium. Er arbeitet konzeptuell, legt aber viel Wert auf die Form, was auch die zwei älteren ausgestellten Arbeiten zeigen: „Molyneux“ ist ein ost-westlicher Kunstdialog, Chou präsentiert und reinterpretiert darin Arbeiten des gleichnamigen britischen Künstlers. „A Working History“ erzählt beispielhaft das Schicksal eines Arbeiters in Taiwan. BS
Bis 13. 12., Di.–So. 14–19 Uhr, Kottbusser Str. 10
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