piwik no script img

Kuba im Schlußverkauf

■ Neues Investitionsgesetz in Arbeit

Havanna (AFP) – Angesichts der wirtschaftlichen Misere hat Kuba einen weiteren Schritt Richtung Kapitalismus unternommen. Nach Angaben von Vizepräsident Carlos Lage will Kuba künftig ausländischen Firmen in fast allen Produktionszweigen Investitionen ermöglichen.

Selbst die Zuckerindustrie soll ausländischen Kapitalgebern offenstehen, sagte Lage vor Journalisten in Havanna. Der Zuckersektor war bisher von allen Joint ventures mit ausländischen Geldgebern ausgenommen – die staatliche Kontrolle über das wichtigste Exportprodukt galt als Symbol der revolutionären Volksmacht. Offenbar sieht sich die Regierung nach den schlechten Ernteergebnissen zum Handeln gezwungen: Während 1991/92 noch sieben Millionen Tonnen Zucker produziert wurden, sank die Produktion in diesem Jahr auf vier Millionen Tonnen.

Vom neuen Gesetz zur Regelung ausländischer Investitionen, das außer Joint ventures wohl erstmals auch Direktinvestitionen ermöglichen soll, bleiben nur noch der Bildungs- und Gesundheitsbereich ausgenommen.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen