■ Privater Hausbesuchsdienst startet: Konkurrenz als Chance
Es war schon verblüffend. Kaum tauchte eine Privatfirma auf, die ab heute Hausbesuche von Ärzten anbietet, verstummten die Kritiker des Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die Krankenkassen stehen dem privaten Dienst zu Recht ablehnend gegenüber. Bei der Privatfirma können Kassenärzte nur Dienste fahren, wenn sie private Rechnungen ausstellen. Für die gleiche Behandlung kann auf diese Weise mehr als doppelt soviel abkassiert werden. Wenn die Ersatzkassen ihren Mitgliedern Rechnungen des Unternehmens nicht erstatten wollen, ist das durchaus in deren Sinne. Denn damit würde Tendenzen zur Privatisierung im Gesundheitswesen Vorschub geleistet. Eine gute medizinische Betreuung muß aber auch für Kassenpatienten erschwinglich bleiben.
Statt sich schützend vor die KV zu stellen, müssen die Kassen jetzt Druck ausüben, damit der Bereitschaftsdienst für Kassenpatienten verbessert wird. Es kann nicht angehen, daß dessen Ärzte von einem Patienten zum nächsten hetzen und 5-Minuten-Medizin betreiben. Außerdem muß in der Telefonzentrale des KV-Bereitschaftsdienstes qualifiziertes Personal eingesetzt werden, damit Notfälle zuverlässig erkannt werden können. Bislang lassen die Krankenkassen wenig Bereitschaft erkennen, der KV auf die Füße zu treten. Dabei sind sie die einzigen, die auch ein Druckmittel in der Hand haben, nämlich finanzielle Sanktionen. Dorothee Winden
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