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Kommentar zur S-Bahn Die größten Feinde der S-Bahn

Kommentar von

Sebastian Heiser

Schuld an der S-Bahn-Misere ist nicht das Wetter, sondern die Deutsche Bahn. Sie hat ihr Tochterunternehmen ausgequetscht. Deshalb wird jetzt jedes Problem gleich zum Desaster mit vielen Zugausfällen.

Vier böse Mächte haben sich verschworen, um den reibungslosen Betrieb der S-Bahn zu stören: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Derzeit sorgen - wie im letzten Jahr - die kalten Temperaturen für Zugausfälle. Wer hätte das auch vorhersehen können: Minusgrade - ausgerechnet im Januar!

Aber im Ernst: Das Hauptproblem ist die Deutsche Bahn, die ihr Tochterunternehmen S-Bahn in den vergangenen Jahren so ausgequetscht hat, dass es inzwischen zum Desaster gekommen ist. Die S-Bahn sollte ohne jede Reserven völlig am Limit fahren - nur deshalb wird jedes Problem gleich zum Desaster mit vielen Zugausfällen. Doch jetzt bewegt sich etwas: Werkstätten werden wiedereröffnet, zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, ausgemusterte Züge reaktiviert. Es hat den Anschein, als würde der Druck wirken, den der Senat auf das Unternehmen ausgeübt hat. Sogar der Betriebsratsvorsitzende ist zufrieden.

Das zeigt, welche große Macht der Senat hat. Er bezahlt schließlich für die S-Bahn - und er hat seine Druckmittel viel zu spät eingesetzt. Sonst müssten jetzt nicht so viele Fahrgäste auf den Bahnhöfen frieren.

Der Senat will nun das Problem strukturell lösen. Er denkt darüber nach, die S-Bahn zu kaufen, um sie aus den Zwängen der Deutschen Bahn zu befreien. Das ist ein guter Ansatz. Aber was ist eigentlich mit dem Rest der Deutschen Bahn? Wann werden die Sparvorgaben dort zum Desaster führen? Viel besser ist daher ein ganzheitlicher Ansatz: Der Staatskonzern Bahn sollte von den Zwängen der Profitmaximierung befreit werden.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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1 Kommentar

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  • VR
    Volker Rockel

    Gibt es nicht im Berliner S-Bahn Netz einen Stromschienenbetrieb mit 800 V Gleichstrom, der einmalig ist für Deutschland?

     

    D.h. jeder Wettbewerber müsste doch dann auch auch hierfür geeignete Triebwagen beschaffen?

     

    Insoweit dürfte die 1921 getroffene Entscheidung die Elektrifizierung der Berliner S-Bahn auf 800 V Gleichstrom auszustatten, nun zur Hürde für jeden Wettbewerber werden!

     

    Schauen wir mal ob der Berliner Senat das auch so sieht?