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Kommentar zur BürgerbeteiligungOlympia: Vieles spricht für 2028

Kommentar von

Stefan Alberti

Wie soll der Deutsche Olympische Sportbund sich für Olympia 2024 aussprechen, wenn er gar nicht weiß, ob die Bevölkerung mitzieht?

J etzt steht also das nächste Mitdiskutierangebot im Netz, nun von Landessportbund und BUND. Umso besser. Wenn es um eine milliardenschwere Sache wie Olympische Spiele geht, lässt sich gar nicht genug reden. Dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), quasi Gralshüter der Olympia-Idee in Deutschland, hilft das allerdings kaum weiter. Denn die Top-Sportfunktionäre wüssten gerne schon am 6. Dezember definitiv, woran sie mit Berlin und Hamburg sind.

Zwar liegen ihnen ausgefüllte Fragebogen beider Landesregierungen vor, wonach beide Städte großes Interesse haben, die Spiele auszutragen. Doch in beiden sollen nicht Regierung oder Parlament, sondern die Bevölkerung über eine Bewerbung entscheiden. In Hamburg ist das für Mai 2015 vorgesehen, in Berlin sind Verfahren und Termin noch offen. Dabei müsste eine Bewerbung für 2024 schon nächstes Jahr zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Angst vor Rückzieher

Wenn der DOSB Berlin oder Hamburg am 6. Dezember ein Nikolausgeschenk macht und sich für die Spiele 2024 bewirbt, dann muss er möglicherweise nur Monate später beim IOC einen Rückzieher machen. Das dürfte für die Funktionäre keine angenehme Vorstellung sein.

Neue Webseite

In der Debatte über eine Bewerbung für Olympische Spiele in Berlin 2024 oder 2028 gibt es eine neue Beteiligungsform. Landessportbund und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) stellten am Dienstag die Onlineplattform www.olympia-diskutieren.de vor. Anders als bei der vom Senat unter www.berlin.de angebotenen Umfrage ist bis Anfang November nicht nur eine Bewertung, sondern auch ein Austausch mit anderen Meinungen möglich. Senatssprecher Richard Meng bezeichnete die neue Plattform als "schöne Ergänzung dessen, was wir schon machen".

"Wir wollen, dass man transparent pro und contra Olympia diskutieren kann", sagte der taz der Geschäftsführer des BUND-Landesverbands, Tilmann Heuser. "Wir fordern auch alle Verbände auf, Stellung zu beziehen." Der BUND bezeichnet seine Haltung derzeit als "eher skeptisch". Dennoch gehört er nicht zum ablehnenden "NOlympia"-Bündnis. Für ihn ist entscheidend, ob die Spiele "ökologisch tragfähig, sozial verträglich und wirtschaftlich vertretbar durchgeführt werden können".

Aus diesem Grund spricht viel dafür, dass der DOSB sich im Dezember gar nicht für eine der beiden Städte entscheidet, sondern maximal festlegt, eine Bewerbung erst für 2028 ins Auge zu fassen. Die ist beim IOC erst bis 2019 einzureichen – und bis dahin sollte in beiden Städten klar sein, ob ihre Einwohner die Spiele wollen oder nicht.

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Stefan Alberti Redakteur für Berliner Landespolitik

Jahrgang 1967. Seit 2002 mit dreieinhalb Jahren Elternzeitunterbrechung bei der taz Berlin. Schwerpunkte: Abgeordnetenhaus, CDU, Grüne.
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