Kommentar zu Radunfällen in Berlin: Checkt den Checkpoint Charlie!

Die zwei schweren Radunfälle, die sich innerhalb von wenigen Wochen am Checkpoint Charlie ereigneten, sind zwei zu viel.

Verkehr ist brutal: Ein Mensch macht einen Fehler – und hinterher liegt ein anderer schwer verletzt im Krankenhaus. So jetzt wieder geschehen in Kreuzberg – an Berlins einziger Rundum-Grün-Ampel, die doch den Verkehr humaner machen sollte. Aber bekanntlich ist nicht alles, was gut gemeint ist, gut gemacht – und nicht jede Innovation erweist sich als sinnvoll. Deshalb sollten die Verantwortlichen das neue Ampelkonzept am Checkpoint Charlie überdenken.

Keine Ausrede

Sicher, einige Jahre blieb es dort relativ ruhig. Nur, was heißt „ruhig“? Die zwei schweren Radunfälle, die sich dort innerhalb von wenigen Wochen ereigneten, sind zwei zu viel. Natürlich weiß niemand, ob es diese Unfälle nicht auch gegeben hätte, wenn es an der Kreuzung eine „normale“ Ampelschaltung gäbe. Und natürlich darf sich kein Auto- oder Lkw-Fahrer damit herausreden, eine Kreuzung sei zu unübersichtlich. Fahren darf man eben nur, wenn der Weg frei ist.

Aber Verkehrsplaner sollten es den Menschen möglichst schwer machen, Fehler zu begehen. Und da stellt sich die Frage, ob die ungewohnte Rundum-Grün-Ampel eine gute Idee ist. Mögliche Fehlerquellen sind: Auto- und Lkw-Fahrer rechnen beim Abbiegen nicht mit Radlern, weil die Fußgänger ja Rot haben; Radfahrer und Fußgänger kommen sich beim Kreuz-und-quer-Bewegen in die Quere; Fußgänger werden bei den langen Rotphasen ungeduldig und rennen bei Rot über die Straße, selbst wenn Kinder zugucken.

Bleibt als positives Fazit nur: Gut, dass dieses Experiment nicht ausgeweitet wurde.

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Geboren 1969 in Ost-Berlin. Studium an der FU Berlin. Bei der taz seit 1999, zunächst im Berliner Lokalteil. Schwerpunkte sind Verkehrs- und Unternehmenspolitik.

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