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Kommentar von Daniel Wiese über zu viel LärmNachtruhe ist das erste Bürgerrecht

Es ist schlimm in diesen Szenevierteln. Die Mieten sind teuer, Parkplätze nur schwer zu finden, und dann kommen auch noch die Geräusche dazu: das Klirren von Gläsern, lautes Lachen, „gehobenes Sprechen“. Das ist ein Fachbegriff aus der Welt der Lärmschutzverordnungen und mehr als normales Sprechen, aber noch nicht Schreien.

Gehobenes Sprechen wird mit einem Wert von 70 db (A) veranschlagt, das ist das Maß der Lautstärke, wie sie vom menschlichen Ohr empfunden wird. Normales Sprechen liegt bei 60 db (A), Flüstern bei 30.

Wenn in lauen Nächten die Leute auf der Straße sitzen, weil ja überall Bänke und Tische rausgestellt worden sind, und sich, sagen wir: angeregt, unterhalten, ist es schon passiert. Das haben die Lärmgutachten herausgefunden, die der Bezirk Altona in Auftrag gegeben hat, der mit mindestens zwei Hotspots geschlagen ist: dem Schanzenviertel und, seit einiger Zeit, auch Ottensen.

Diese „Lebendigkeit“ ist, wie die SPD-Grüne-Volt-Mehrheit in der Bezirksversammlung findet, zwar einerseits gut – fürs Geschäft, den Tourismus, die Gastronomie „der schönsten Stadt Deutschlands“. Aber eben auch schlecht, denn die armen An­woh­ne­r*in­nen können nicht mehr schlafen und müssen die Polizei rufen, immer wieder, bis es wirklich nervt.

Nun könnte man denken, dass lärmsensible Menschen nicht unbedingt da hinziehen müssen, wo die Party ist. Beziehungsweise dass, wenn sie es tun, sie wissen müssten, was auf sie zukommt. Sie könnten ja raus aufs Land ziehen, da ist auch die Luft besser.

Die armen An­woh­ne­r*in­nen müssen die Polizei rufen, immer wieder, bis es wirklich nervt

Aber so denkt die rot-grüne Mehrheit in der Bezirksversammlung Altona nicht. Sie sähe es am liebsten, um zehn Uhr abends würden die Bürgersteige hochgeklappt. Dann wäre endlich Ruhe.

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